EU fördert PRIME-6G-Projekt mit 7,76 Millionen Euro
2026-07-15 09:48
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de.wedoany.com-Bericht: Das Projekt PRIME-6G (Pilot for Resilient Industrial Manufacturing Environments with 6G Technologies) ist offiziell gestartet. Es wird von der EU im Rahmen des Programms „Horizont Europa" über das Gemeinsame Unternehmen für intelligente Netze und Dienste (Smart Networks and Services Joint Undertaking, SNS JU) mit insgesamt 7,76 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, 6G-Technologien in reale industrielle Fertigungsumgebungen einzuführen und die vernetzte Fabrik der Zukunft zu gestalten.

Start des PRIME-6G-Projekts zur Definition der vernetzten Fabrik der Zukunft

Derzeit wird das Entwicklungspotenzial industrieller Fertigungsumgebungen durch traditionelle Infrastrukturen, Systemfragmentierung und unzureichende Konnektivität eingeschränkt. Diese europäische Initiative skizziert eine Blaupause für den Wandel der Fabrik: Durch nahtlose 6G-Kommunikation soll ein vollständig vernetztes, autonomes und adaptives Ökosystem entstehen. Das Projekt vereint deterministische Kommunikation, industrielle Automatisierung und Rechenintelligenz und wird dazu beitragen, flexiblere, nachhaltigere und menschenzentriertere Fertigungsmodelle zu entwickeln, die in Echtzeit auf betriebliche Herausforderungen, Produktionsschwankungen und neue Marktanforderungen reagieren können.

In den nächsten 30 Monaten wird PRIME-6G eine umfassende, nachhaltige Plattform auf Basis des Cloud-Edge-Kontinuums aufbauen, die eine agile und transparente Bereitstellung von Diensten in intelligenten Fertigungsumgebungen ermöglicht. Diese Plattform wird 6G-Konnektivität, KI-Optimierung, Cloud-Edge-Computing, Robotik und Echtzeit-Sensorik integrieren, um ein zuverlässig und effizient arbeitendes System zu schaffen.

Ein besonderes Highlight des Projekts ist sein schrittweiser Forschungs- und Entwicklungsansatz: Von kontrollierten Laborumgebungen wird schrittweise zu vollständig in reale Szenarien integrierten industriellen Demonstrationssystemen übergegangen. PRIME-6G konzentriert sich auf zwei komplementäre Anwendungsfälle: AURORA und SENTINEL. AURORA (Advanced Unified Robotics Operations via Resilient Automation) untersucht, wie deterministische 6G-Konnektivität virtualisierte Robotersteuerungssysteme zuverlässig mit Industrierobotern verbinden kann, um die strengen Latenz- und Zuverlässigkeitsanforderungen der Echtzeitautomatisierung zu erfüllen. Das Projekt kombiniert KI-basiertes Netzwerkmanagement, kollaborative Robotersubnetze, digitale Zwillinge und KI-Agenten zur Optimierung der Steuerungsposition und Ressourcenzuweisung, um eine agilere, autonomere und skalierbarere industrielle Automatisierung zu erreichen. SENTINEL (Sensing-Enhanced Network Twin for Intelligent Environments in Manufacturing) nutzt Multisensorfusion, um einen Echtzeit-Digitalen Zwilling dynamischer Industrieumgebungen zu erstellen. Durch die kontinuierliche Überwachung der Umgebung unter Nutzung der bestehenden 5G-/6G-Infrastruktur zielt SENTINEL darauf ab, die Situationswahrnehmung zu verbessern, die Roboterkollaboration zu optimieren, den Bedarf an dedizierten Sensoren zu reduzieren und so zu einer intelligenteren, sichereren und effizienteren Fabrik beizutragen.

Die Schlüsseltechnologien werden in zwei assoziierten Laboren entwickelt und bis zum Technology Readiness Level (TRL) 5-6 validiert: NEXTONIC in Madrid und die Einrichtungen der Siemens AG in München. Darüber hinaus werden diese Technologien in eine einheitliche Plattform bei ARENA2036 in Stuttgart (TRL 6-7) integriert. ARENA2036 ist eines der führenden europäischen Forschungszentren für intelligente Fertigung. Dort wird in einer realen Industrieumgebung demonstriert, wie 6G-gestützte autonome Logistik und Echtzeit-Umgebungswahrnehmung als einheitliches, kohärentes System funktionieren.

PRIME-6G vereint 13 Partner aus 6 europäischen Ländern. Das Projekt wird von der Universidad Carlos III de Madrid (Spanien) koordiniert. Weitere Teilnehmer sind: ARENA2036 e.V. (Deutschland), AUSTRALO (Estland), Centre Tecnològic de Telecomunicacions de Catalunya (Spanien), Fivecomm (Spanien), Imdea Networks (Spanien), InCites Consulting (Luxemburg), Nokia (Ungarn), Robotnik Automation (Spanien), Siemens AG (Deutschland), Telefónica (Spanien), The Laude Technology Company (Spanien) und die Universität Amsterdam (Niederlande).

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