de.wedoany.com-Bericht: Reflection AI hat mit dem Cloud-Dienstleister Nebius einen Vertrag über KI-Rechenleistung im Wert von über einer Milliarde US-Dollar unterzeichnet, der bis 2029 läuft. Gemäß der Vereinbarung erhält Reflection Zugang zu Nvidias neuesten GB300-Chips. Nebius hat die Zusammenarbeit bestätigt; der Aktienkurs des Unternehmens hat sich in diesem Jahr aufgrund des Booms bei den Ausgaben für KI-Rechenleistung mehr als verdoppelt und stieg nach der Bekanntgabe zunächst an, fiel dann aber wieder zurück.

Reflection wurde 2024 von zwei ehemaligen Forschern von Google DeepMind gegründet und konzentriert sich auf den Aufbau offener Modelle. Ihr Kernvorteil liegt darin, dass sie kostengünstiger und einfacher anpassbar sind als die geschlossenen Systeme von OpenAI und Anthropic. Das Startup wird derzeit auf rund 8 Milliarden Dollar geschätzt und hat von Investoren wie Nvidia, Sequoia Capital und Lightspeed Venture Partners fast 2,6 Milliarden Dollar eingesammelt. Laut einem Bericht des Wall Street Journal verhandelt das Unternehmen zudem über eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar zu einer Bewertung von 25 Milliarden Dollar. Mitgründer und Chief Technology Officer Ioannis Antonoglou erklärte, die Nachfrage nach offenen Modellen sei offensichtlich, und die zusätzliche Rechenleistung werde es Reflection ermöglichen, weiterhin im großen Maßstab hochmoderne KI-Modelle zu entwickeln und zu trainieren.
KI-Startups wetteifern darum, sich Hardware-Ressourcen zu sichern, da die Nachfrage der Unternehmen nach der Technologie schneller wächst als die Inbetriebnahme neuer Rechenzentren. Rechenleistung ist zum Engpass geworden, und die Chip-Preise steigen weiter. Die Beliebtheit offener Modelle ist vor allem auf ihre geringeren Betriebskosten und ihre einfachere Anpassbarkeit zurückzuführen. Zudem berichtete TechCrunch, dass die Trump-Administration im letzten Monat Druck auf Anthropic und OpenAI ausgeübt habe, um die leistungsstärksten Modelle einzuschränken – ein Hinweis auf das Risiko, von Anbietern abhängig zu sein, deren Zugang jederzeit gekappt werden könnte.
Nebius, ein Neocloud-Anbieter, konzentriert sich auf die Vermietung von KI-Rechenleistung und nicht auf den Bau eigener Modelle. Das Unternehmen wurde 2024 von der russischen Internetgruppe Yandex abgespalten und ist an der Nasdaq notiert. Nvidia hat mehrfach in Nebius investiert, von einer frühen Finanzierungsrunde über 700 Millionen Dollar bis hin zu einer späteren Investition von 2 Milliarden Dollar. Nebius erweitert seinen Technologie-Stack zudem durch die Übernahme des Inferenz-Startups Eigen AI. Das Unternehmen kann eine beeindruckende Kundenliste vorweisen: Es hat einen fünfjährigen Vertrag über bis zu 27 Milliarden Dollar mit Meta sowie einen frühen Vertrag über bis zu 19,4 Milliarden Dollar mit Microsoft abgeschlossen. Die Vereinbarung mit Reflection erweitert diese Kundenliste und zeigt gleichzeitig, dass der Vorstoß offener Modelle weitgehend auf gemieteter Infrastruktur beruht – die Modelle mögen offen sein, aber die dahinterstehende Rechenleistung ist keineswegs kostenlos.










