Brasiliens Stahlimporte im ersten Halbjahr um 17,6 % gegenüber dem Vorjahr gesunken
2026-07-18 10:01
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de.wedoany.com-Bericht: Nach Angaben des brasilianischen Stahlverbands (Instituto Aço Brasil) vom 17. Juli 2026 beliefen sich die Stahlimporte Brasiliens im ersten Halbjahr 2026 auf 2,9 Millionen Tonnen, ein Rückgang um 17,6 % gegenüber 3,52 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Der Importwert betrug 2,8 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang um 12,5 % im Jahresvergleich. Im gleichen Zeitraum exportierte Brasilien 5,332 Millionen Tonnen Stahl, ein Anstieg von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr.

Der brasilianische Stahlverband (Instituto Aço Brasil) wurde 1983 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Rio de Janeiro und ist ein nationaler Branchenverband, der die Unternehmen der brasilianischen Stahlindustrie vertritt. Er ist für die Erfassung und Veröffentlichung von Branchenstatistiken sowie die Koordinierung der Branchenpolitik zuständig. Der deutliche Rückgang der Importdaten ist hauptsächlich auf die Antidumpingmaßnahmen zurückzuführen, die die brasilianische Regierung seit dem ersten Halbjahr 2026 gegen verschiedene importierte Stahlprodukte verhängt hat.

Stahlproduktion der brasilianischen Nationalstahlgesellschaft (CSN)

Betrachtet man die Importquellen, so ist China der größte Stahllieferant Brasiliens und hatte 2025 einen Anteil von 66,4 % an den brasilianischen Flachstahlimporten. Nachdem Brasilien Antidumpingzölle in Höhe von 322,93 bis 641,73 US-Dollar pro Tonne auf kaltgewalzte Coils aus China sowie Antidumpingmaßnahmen gegen Produkte wie Warmband verhängt hatte, sanken die monatlichen Stahlexporte Chinas nach Brasilien von einem Höchststand von über 400.000 Tonnen im Jahr 2024 auf weniger als 100.000 Tonnen im März 2026. Im April 2026 gingen die brasilianischen Stahlimporte im Jahresvergleich um 43,2 % zurück, im Mai weitete sich der Rückgang auf 71,1 % aus.

Nach Angaben des brasilianischen Stahlverbands beliefen sich die brasilianischen Stahlimporte im Juni 2026 auf 476.000 Tonnen, ein Rückgang um 20,1 % gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum blieb die brasilianische Rohstahlproduktion im Vergleich zum Juni 2025 nahezu unverändert, während der scheinbare Stahlverbrauch im Jahresvergleich um 11 % auf 2,2 Millionen Tonnen sank. Der brasilianische Verband der Stahlhändler (INDA) geht davon aus, dass die brasilianischen Stahlimporte in der zweiten Jahreshälfte 2026 aufgrund der anhaltenden Wirkung der Antidumpingmaßnahmen weiterhin niedrig bleiben werden und der Markt eine moderate Erholung erleben könnte.

Dieser deutliche Rückgang der Importdaten markiert einen Wandel in der brasilianischen Stahlhandelslandschaft. Die brasilianische Regierung hat durch Antidumpingmaßnahmen strenge Kontrollen über importierte Stahlprodukte verhängt, um die heimische Stahlindustrie zu schützen. Diese Maßnahmen haben bereits erhebliche Auswirkungen auf die Exporte wichtiger Lieferländer wie China. Mit der anhaltenden Wirkung der Antidumpingpolitik in der zweiten Jahreshälfte könnten die brasilianischen Stahlimporte weiter zurückgehen, und das Angebots-Nachfrage-Gefüge auf dem heimischen Stahlmarkt wird sich weiter anpassen.

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