de.wedoany.com-Bericht: Die indischen Behörden planen den Aufbau eines Frachtumschlagsystems im National Capital Territory (NCR) rund um Delhi, um während der Wintersaison die Fracht von Langstrecken-Diesellastwagen vor der Einfahrt nach Delhi auf Elektrofahrzeuge zu verlagern. Dadurch sollen die emissionsbedingten Frachtauswirkungen reduziert und der Warentransport trotz luftqualitätsbedingter Einschränkungen sichergestellt werden.
Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Luftqualitätsziele mit der Zuverlässigkeit der Lieferkette in Einklang zu bringen, indem die Art und Weise, wie Waren in städtische Lager und Verteilzentren gelangen, neu gestaltet wird. Geplant ist der Bau von etwa fünf multimodalen Logistikknotenpunkten an wichtigen Standorten im NCR, wie Sonipat, Faridabad, Ghaziabad, Greater Noida und Gurugram. Diese Knotenpunkte dienen als Frachtumschlagplätze, an denen Diesellastwagen anhalten und die Fracht auf sauberere Fahrzeuge für die letzte Meile nach Delhi umgeladen wird.
Konkret werden Langstrecken-Dieselfahrzeuge an diesen Knotenpunkten entladen oder tauschen ihre Anhänger, woraufhin Elektro-Lastwagen die Fracht zu städtischen Lagern, Verteilzentren oder Endkunden transportieren. Die vorgeschlagenen Knotenpunkte sollen in die größere öffentlich-private Partnerschaftsinitiative National Electric Vehicle Highway (NHEV) integriert werden, um die Infrastruktur und Logistik für Elektrofahrzeuge zu unterstützen.
Das langfristige Ziel des Systems ist es, Diesel-Frachtfahrzeuge weitgehend außerhalb der Hauptstadtgrenzen zu halten, während Elektrofahrzeuge und andere emissionsarme Optionen den städtischen Frachtbetrieb übernehmen. Dieses Modell wird voraussichtlich auch während schwerer Verschmutzungsperioden und im Rahmen der Winterstrategie eine Rolle spielen.
Delhi hat bereits einen Aktionsplan gegen die Winterverschmutzung angekündigt, der jährlich vom 1. November bis zum 28. Februar automatisch in Kraft tritt, es sei denn, es werden strengere Maßnahmen im Rahmen des abgestuften Reaktionsaktionsplans (GRAP) ausgelöst. Regierungsbewertungen der letzten drei Jahre zeigen, dass die Verschmutzung in Delhi in der Regel zwischen November und Mitte Februar zunimmt, wobei der mittlere Luftqualitätsindex (AQI) im Bereich „sehr schlecht“ liegt und Spitzenwerte die Kategorie „schwerwiegend“ erreichen. Die vorgeschlagenen Frachtknotenpunkte sollen die bestehenden Maßnahmen ergänzen, indem sie in diesem Zeitraum gezielt die Emissionen des Warentransports angehen.
Gemäß der vierten Stufe des GRAP ist die Einfahrt von mittelschweren und schweren Diesel-Lastwagen nach Delhi eingeschränkt, es sei denn, sie transportieren lebensnotwendige Güter oder fallen unter Ausnahmekategorien. Diese Einschränkungen führen oft dazu, dass Lastwagen außerhalb der Stadt Schlange stehen, bis die Beschränkungen aufgehoben werden, was zu Lieferverzögerungen und Störungen der Lieferkette führt. Obwohl schwere Lastwagen einen relativ geringen Anteil an der Gesamtzahl der Fahrzeuge auf Delhis Straßen ausmachen, schätzt man, dass sie etwa 23 % der PM2,5-Emissionen des Verkehrssektors verursachen. Ihr Einfluss ist nachts, wenn der Frachtverkehr am dichtesten ist, noch höher.
Der aktuelle Aktionsplan gegen die Winterverschmutzung umfasst bereits Maßnahmen wie die ganzjährige Überprüfung der Schadstoffkontrollzertifikate (PUC) an Tankstellen, die Einschränkung der Einfahrt von nicht BS VI-Fahrzeugen, die außerhalb Delhis zugelassen sind, im Winter, gestaffelte Arbeitszeiten und Empfehlungen für Heimarbeit. Er verlangt auch eine saisonale Kontrolle der Bautätigkeiten auf großen Baustellen sowie den Einsatz von Anti-Smog-Kanonen oder Vernebelungssystemen. Wenn das Frachtumschlagsystem umgesetzt wird, kann der Warentransport fortgesetzt werden, während die Anzahl der Diesel-Lastwagen in Delhi während der hohen Verschmutzungsperioden reduziert wird.










