de.wedoany.com-Bericht: Das belgische Energie-Software-Start-up Powernaut hat seine Plattform Energy Operations Workspace bei dem niederländischen unabhängigen Stromproduzenten DSG für ein 350-MW-Portfolio aus Solar- und Batterieanlagen eingesetzt.

Mit dieser Plattform kann DSG hunderte Solarstandorte in den Niederlanden über eine einzige digitale Schnittstelle einheitlich verwalten und Asset-Performance-Überwachung, Strommarkthandel sowie Betriebsberichte integrieren.
Dieser Schritt spiegelt einen allgemeinen Trend in der europäischen Erneuerbare-Energien-Branche wider: Angesichts zunehmender Netzüberlastung und Marktkomplexität benötigen Betreiber dringend eine verbesserte koordinierte Steuerung geografisch verteilter Anlagen. In den Niederlanden sind Netzkapazitätsengpässe zu einem der Haupthindernisse für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien geworden, wobei Unternehmen in einigen Regionen lange auf den Netzanschluss oder die Genehmigung für Netzausbau warten müssen.
Diese Netzproblematik betrifft ganz Europa. Die Europäische Kommission schätzt, dass bis 2040 etwa 1,2 Billionen Euro (1,4 Billionen US-Dollar) in die Übertragungs- und Verteilungs-infrastruktur investiert werden müssen; eine Studie ihrer Gemeinsamen Forschungsstelle zeigt zudem, dass bis 2040 bis zu 310 TWh erneuerbarer Strom ungenutzt bleiben könnten, wenn der Netzausbau mit dem Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung nicht Schritt hält.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Softwareplattformen, die große Anlagenportfolios koordinieren und auf Strompreisänderungen, Netzengpässe sowie Flexibilitätsmärkte reagieren können, bei Betreibern erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung.
Die Plattform von Powernaut ersetzt mehrere bisher separate Systeme für Betriebsüberwachung, Energiehandel und Geschäftsberichte durch einen digitalen Arbeitsbereich. Die Software baut auf der bestehenden Hardware-Architektur von DSG auf und integriert Asset-Management, Marktteilnahme und Betriebsfunktionen, während sie den Unternehmen die Kontrolle über ihre Betriebsdaten und Handelsaktivitäten belässt.
Martijn Vermeer, Chief Operating Officer von DSG, erläuterte die Veränderungen durch diese Implementierung: „Um ein so großes Portfolio verteilter Anlagen zu verwalten, muss sichergestellt sein, dass jeder Standort wie erwartet funktioniert und jeder Steuerbefehl präzise ausgeführt wird. Diese Fähigkeit hatten wir bisher nicht. Powernaut verschafft uns eine deutlich bessere Übersicht über das gesamte Portfolio und bietet uns die Flexibilität, neue Standorte hinzuzufügen und an weiteren Strommärkten teilzunehmen.“
Für Powernaut stellt diese Implementierung das bisher größte kommerzielle Projekt dar und dient als Referenzfall für die Expansion im europäischen Markt. Florentijn Degroote, CEO und Mitgründer des Unternehmens, sagte: „Dies ist ein wichtiger kommerzieller Meilenstein. Er bestätigt die Leistungsfähigkeit unserer Energy Operations Workspace in einem großen Echtzeit-Portfolio und bietet uns eine starke Referenz für die Unterstützung anderer europäischer Betreiber beim Übergang zu flexibleren Betriebsmodellen.“
Die Plattform ist mittlerweile vollständig in den Erneuerbare-Energien-Anlagen von DSG in Betrieb und unterstützt zukünftige Erweiterungen, darunter neue Solarstandorte und Co-Location-Batteriespeichersysteme, um der wachsenden Bedeutung von Flexibilität in den europäischen Stromnetzen gerecht zu werden.










