Brasilianischer Flugzeughersteller Embraer erwartet bis 2045 Aufträge für 8.500 Jets mit weniger als 150 Sitzen
2026-07-20 16:34
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de.wedoany.com-Bericht: Embraer hat vor der Farnborough International Airshow seine neueste 20-Jahres-Marktprognose veröffentlicht. Demnach wird der Markt für Jets mit weniger als 150 Sitzen bis 2045 insgesamt 8.500 Bestellungen im Wert von 650 Milliarden US-Dollar generieren, wobei der Ersatzbedarf 53 % und der Wachstumsbedarf 47 % ausmacht.

Embraer E2

Laut der Prognose verteilen sich die 8.500 Bestellungen geografisch wie folgt: Nordamerika 2.670 (31 %), Europa und GUS 1.870 (22 %), China 1.470 (17 %), Asien-Pazifik 1.050 (13 %), Lateinamerika 740 (9 %), Afrika 370 (4 %) und Naher Osten 330 (4 %).

Embraer ist der Ansicht, dass neue Wirtschaftswachstumsregionen und zunehmend fragmentierte Reiseströme die beiden Haupttreiber für das Wachstum des Regionaljet-Marktes sind. Arjan Meijer, Präsident und CEO der kommerziellen Luftfahrtsparte des Unternehmens, erklärte, dass die Expansion von Clustern fortschrittlicher Fertigung und regionaler Wertschöpfungsketten eine kontinuierliche Nachfrage nach effizienten und hochfrequenten Verbindungen zwischen aufstrebenden Wirtschaftszentren erzeuge. Gleichzeitig suchten Reisende zunehmend nach Nischen- und einzigartigen Zielen abseits der traditionell überlasteten Gateway-Städte. Diese Kräfte veränderten die geografische Verteilung der Nachfrage. Fluggesellschaften müssten in einem breiteren und vielfältigeren Netzwerk von Zielorten eine bessere Anbindung bieten, was eine Abkehr von der alleinigen Abhängigkeit von großen, hochkapazitiven Jets erfordere. Eine gemischte Flottenstrategie sei entscheidend, um die Kapazität an neue und aufkommende Reiseströme anzupassen.

Die Prognose unterstreicht neue industrielle Entwicklungen, die das überdurchschnittliche Wachstum des regionalen Luftverkehrs vorantreiben. In Europa ziehen der Bau von Gigafabriken und anderen Industrieprojekten unterstützende industrielle Ökosysteme an. Mit der Konzentration der gesamten Wertschöpfungskette um diese neuen Produktionszentren nimmt der Verkehr von Führungskräften, Technikern, Kunden, Investoren und Dienstleistern zu, was eine kontinuierliche Nachfrage nach Luftverkehrsanbindung erzeugt.

Die Investition in die Northvolt-Gigafabrik in Skellefteå, Nordschweden, ist ein typisches Beispiel. Die Fabrik begann 2021 mit der Batterieproduktion und machte Nordschweden zu einer der am schnellsten wachsenden Industrieregionen Europas. Das Investitionsvolumen veränderte Skellefteå und verstärkte die wirtschaftliche Aktivität in benachbarten Städten wie Umeå und Luleå. Zwischen 2021 und 2026 wird die Anzahl der Flüge in Skellefteå schätzungsweise um durchschnittlich 12 % pro Jahr steigen, in Umeå um 11 % und in Luleå um 10 %.

Die ungarische Regierung hat die Stadt Debrecen zum künftigen europäischen Zentrum für die Herstellung von Elektrofahrzeugen und Batterien erklärt. Die Investition von 2 Milliarden Euro (2,3 Milliarden US-Dollar) des deutschen Automobilherstellers BMW in ein neues Werk dient als Grundsteininvestition und zieht zahlreiche Zulieferer und Batteriehersteller an. Um dem Wachstum des Flugverkehrs gerecht zu werden, plant der Flughafen Debrecen eine neue Start- und Landebahn und den Ausbau des Terminals. Embraer weist jedoch darauf hin, dass die Fluggesellschaften, die Debrecen bedienen, größere Flugzeuge einsetzen, anstatt neue Flüge hinzuzufügen, was zu einer geringeren Anzahl von Flügen führt.

Embraer vertritt seit langem die Ansicht, dass für die Erschließung und Erweiterung neuer oder dünnerer Strecken kleinere Flugzeuge als die gängigen Schmalrumpfjets erforderlich sind. Kleinere Jets haben geringere Streckenkosten und können häufigere Flüge anbieten. Da sich die wirtschaftliche Aktivität zunehmend um regionale Wachstumsmotoren organisiert, dürfte die Nachfrage nach regionalen Luftverkehrsdiensten steigen.

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