Tschechisches Unternehmen Zuri stellt erstes hybrides Fracht-VTOL-Flugzeug vor und sammelt 6 Millionen Euro ein

2026-08-30 16:02
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de.wedoany.com-Bericht: Der tschechische Flugzeugentwickler Zuri hat sein erstes kommerzielles Produkt vorgestellt – ein unbemanntes, hybrid-elektrisches Fracht-VTOL-Flugzeug (Vertical Take-Off and Landing). Dieses Produkt zielt in erster Linie darauf ab, schneller Umsätze zu generieren, und setzt gleichzeitig die zuvor angekündigte Entwicklungsrichtung des Unternehmens für Passagierflugzeuge fort.

Zuri

Zur Unterstützung der Flugtests des maßstabsgetreuen Technologiedemonstrators 2.0 (TD 2.0) sammelt das in Prag ansässige Start-up die erste Tranche von 6 Millionen Euro (7 Millionen US-Dollar) seiner Serie-A-Finanzierung ein. Der Demonstrator befindet sich derzeit in der Systemintegrations- und Boden testphase; der Erstflug ist für Anfang 2027 geplant, danach sind etwa neun Monate Flugtestaktivitäten vorgesehen.

Nach der Planung von Gründer und CEO Michal Illich ist die Frachtversion ein Sprungbrett zum geplanten Passagierflugzeug und ermöglicht es dem Unternehmen, bereits vor der Zertifizierung des Passagiermodells Einnahmen zu erzielen. Er hat neun Jahre in dieses Projekt investiert und erklärt offen, dass er in den nächsten Jahren mit dem Verkauf und der Auslieferung von Produkten an Kunden beginnen möchte.

Um eine erste Betriebsgenehmigung unter der europäischen „Specific Category" zu erhalten, plant Zuri die Anwendung des Rahmenwerks für das spezifische Betriebsrisiko (SORA) und arbeitet diesbezüglich bereits mit der tschechischen Zivilluftfahrtbehörde zusammen.

Die ersten Missionen sollen sich voraussichtlich auf See- und Offshore-Logistik konzentrieren, beispielsweise auf den Transport von Gütern zu Öl- und Gasplattformen, Schiffen, Inseln und Offshore-Windenergieanlagen. Derartige Einsätze bieten Möglichkeiten für Notfallversorgung und vereinfachen zugleich den SORA-Risikobewertungsprozess, da der Kontakt mit Bodenpersonal geringer ist.

Das Flugzeug ist für eine Reisegeschwindigkeit von 220 km/h (137 mph) ausgelegt. Laut Zuri kann es mit einer Nutzlast von 115 kg (254 lb) eine Strecke von 679 km (422 Meilen) fliegen; mit einer Reserve von 30 Minuten beträgt die Reichweite 569 km. Bei Kurzstreckenmissionen kann die Nutzlast auf 145 kg erhöht werden, während die Reichweite in einer leichten Aufklärungskonfiguration nahezu 1.900 km erreichen kann.

Die oben genannten Reichweiten werden durch ein Hybridsystem ermöglicht, dessen Kern ein Viertakt-Kolbenmotor mit etwa 80 kW ist, der einen Generator antreibt. Der Motor ist für flexible Kraftstoffe ausgelegt und kann mit AvGas, Autobenzin oder Bioethanol betrieben werden; das elektronische Steuergerät passt die Betriebsparameter automatisch an die jeweilige Kraftstoffart an.

Laut Illich beträgt die spezifische Energie des gesamten Hybridsystems auf Systemebene etwa 1.500 Wh/kg, einschließlich Motor, Generator, Leistungselektronik, Kraftstoffsystem und des während der Mission verbrauchten Kraftstoffs; zum Vergleich: Die meisten Luftfahrtbatterien haben eine spezifische Energie von unter 300 Wh/kg. Er schätzt, dass eine rein batterieelektrische Variante auf Basis derselben Flugzeugarchitektur nur eine Missionsreichweite von 50 bis 100 km unterstützen würde.

Das Ziel von TD 2.0 ist es, eine im Wesentlichen identische Flugleistung wie das Frachtprodukt zu demonstrieren; vor der Serienproduktion werden einige Funktionen angepasst. Der Demonstrator durchläuft derzeit Komponententests, wobei die Antriebstests bereits etwa 90 % der Nenndrehzahl des Motors erreicht haben; als nächster Schritt sind Volllasttests geplant.

Das Serienmodell wird über zahlreiche automatisierte Bordfunktionen verfügen. Mehrere redundante Flugcomputer übernehmen Aufgaben wie Flugzeugstabilisierung, Wegpunktnavigation und Landung; der Bodenoperator überwacht lediglich den Missionsablauf und erteilt übergeordnete Anweisungen, ohne das Flugzeug kontinuierlich manuell steuern zu müssen.

Zuri gibt an, seit 2018 mehr als 15 Testflugzeuge geflogen zu haben und bislang insgesamt 7,6 Millionen Euro eingesammelt zu haben, wovon 1,1 Millionen Euro bereits für die neue Serie-A-Runde zugesagt wurden. Die vorhandenen Mittel reichen aus, um den Erstflug von TD 2.0 zu finanzieren; die neuen Mittel werden verwendet, um den Flugtestprozess abzuschließen und den Demonstrator zu einem kommerziellen Produkt zu entwickeln.

Die zivile Logistik bleibt der Hauptfokus von Zuri, doch das unbemannte Flugzeug stößt auch im Verteidigungsbereich auf Interesse. Laut Illich kann dasselbe Flugzeug mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden, um entsprechende Aufgaben zu übernehmen.

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