Vereinigtes Königreich legt Gesetz zur Straßenfinanzierung vor – Lower Thames Crossing mit einem Wert von zehn Milliarden Pfund
de.wedoany.com-Bericht: Am 10. September hat die britische Regierung den Gesetzentwurf „Highways (Financing) Bill" offiziell ins Parlament eingebracht. Der Lower Thames Crossing soll das erste große Straßenprojekt sein, das durch dieses Gesetz unterstützt werden soll. Der Gesetzentwurf sieht vor, ein neues Genehmigungs- und Mautsystem für große Straßenprojekte in England einzuführen und das Finanzierungsmodell der Regulatory Asset Base (RAB) einzuführen, damit genehmigte private Einrichtungen Projekte finanzieren, bauen, betreiben und instand halten können und über Straßenmautgebühren wirtschaftlich effiziente Kosten sowie eine angemessene Kapitalrendite erzielen können.

Der Gesetzestext stellt klar, dass sein Anwendungsbereich die Ermächtigung zur Erhebung von Mautgebühren auf Hauptstraßen in England im Gegenzug für den Bau der betreffenden Straßeninfrastruktur umfasst. Zugleich werden die Aufgaben der Lizenzinhaber, regulatorische Durchsetzungsmechanismen, ein besonderes Verwaltungssystem sowie Regelungen zur Erhebung und Durchsetzung bestehender Straßenmautgebühren festgelegt. Das britische Office of Rail and Road (ORR) wird die wirtschaftliche Regulierungsaufsicht über den Lower Thames Crossing übernehmen und erarbeitet derzeit gemeinsam mit der Regierung den konkreten Regulierungsrahmen.
Der Lower Thames Crossing verbindet Kent, Thurrock und Essex und soll über zwei Tunnel unter der Themse die A2/M2 mit der M25 verbinden. Nach Fertigstellung des Projekts wird sich die Straßenkapazität für Themseüberquerungen östlich von London voraussichtlich nahezu verdoppeln. Die Entwicklungsgenehmigung für das Projekt wurde im März 2025 erteilt; derzeit haben auf beiden Uferseiten, Nord und Süd, die vorbereitenden Arbeiten begonnen, darunter die Verlegung von Versorgungseinrichtungen, archäologische Untersuchungen, geologische Erkundungen sowie ökologische Schutzmaßnahmen und weitere bauliche Vorbereitungen.
Im Herbsthaushalt 2025 der britischen Regierung wurden zusätzliche öffentliche Mittel in Höhe von 891 Millionen Pfund bereitgestellt, um den staatlichen Finanzierungsanteil abzuschließen, bevor das Projekt in die Phase der Finanzierung durch privates Kapital eintritt. Anschließend legte die Regierung die RAB als bevorzugtes Finanzierungsmodell für das Projekt fest. Geplant ist, dass eine regulierte private Einrichtung die nachfolgende Finanzierung, den Bau, den langfristigen Betrieb und die Instandhaltung übernimmt. Das endgültige kommerzielle und finanzielle Konzept des Projekts erfordert vor dem Eintritt privater Investitionen noch einen vollständigen Business Case und einen Regulierungsrahmen.
Die Regierung hat bereits klargestellt, dass die Höhe der Straßenmautgebühren noch nicht festgelegt ist. Nach dem derzeitigen RAB-Modell sollen die künftigen Mautgebühren die wirtschaftlich effizienten Kosten der Projektleistungen decken und eine angemessene Rendite für privates Kapital enthalten; eine unabhängige Regulierungsbehörde ist für die Prüfung der Mautgebühren, der Effizienz und der Servicestandards zuständig.
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