Isar Aerospace plant Kapazitätsausbau in Deutschland, Startkapazität soll sich bis 2028 mehr als verdoppeln

2026-09-16 08:56
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de.wedoany.com-Bericht: Am 15. September erklärte der deutsche Raketenhersteller Isar Aerospace, dass er plant, die Startkapazität der Trägerrakete Spectrum bis 2028 auf mehr als das Doppelte des derzeit geplanten Niveaus zu erhöhen. Stella Guillen, Chief Commercial Officer des Unternehmens, sagte, dass die bestehende Startkapazität für 2028 bereits vollständig durch Kundenverträge ausgelastet sei und das Unternehmen derzeit mindestens vier Spectrum-Starts für 2027 arrangiere.

Isar Aerospace errichtet derzeit in Parsdorf bei München einen neuen Hauptsitz und eine Raketenfertigungsstätte. Die Anlage hat eine Grundfläche von etwa 40.000 Quadratmetern und ist für eine maximale Jahresproduktion von 40 Spectrum-Trägerraketen ausgelegt. Sie nutzt einen hohen Automatisierungsgrad und ein vertikal integriertes Produktionsmodell, das die Raketenkonstruktion, die Fertigung und den Großteil der Testphasen abdeckt. Das Unternehmen führt Spectrum schrittweise von der Entwicklungs- und Testflugphase in ein Serienfertigungssystem über.

Parallel zur Erweiterung der Fertigungskapazitäten baut das Unternehmen auch die Testkapazitäten für Raketentriebwerke und komplette Stufen aus. Im Februar 2026 kündigte Isar Aerospace den Bau eines zweiten Testgeländes am Esrange-Weltraumzentrum in Kiruna, Schweden, an. Die neue Anlage soll nach ihrer Fertigstellung den Test von mehr als 30 Triebwerken pro Monat ermöglichen und zugleich die Kapazität für Integrations- und Abnahmetests kompletter Raketenstufen erhöhen, um die künftig höhere Produktions- und Startfrequenz von Spectrum zu unterstützen.

Isar Aerospace sieht derzeit eine Marktnachfrage, die deutlich über der kurzfristig tatsächlich verfügbaren Kapazität liegt. Guillen erklärte, dass das Unternehmen nach den ihm derzeit bekannten Kundenanforderungen nahezu 200 Trägerraketen der Spectrum-Klasse benötigen würde, um die potenzielle Nachfrage für 2028 vollständig zu decken, während die geplante Kapazität des neuen Werks bei maximal 40 Einheiten pro Jahr liege. Das Unternehmen hat die Gesamtsumme des entsprechenden Auftragsbestands noch nicht veröffentlicht.

Am 15. September unterzeichnete Isar Aerospace zugleich mit dem US-amerikanischen Satellitenstartdienstleister SEOPS eine Vereinbarung über mehrere Startdienste und fügte fünf exklusive Spectrum-Startmissionen hinzu. Dem Abkommen zufolge sollen diese Missionen zwischen 2028 und 2030 durchgeführt werden, wobei die Startorte die Isar-Aerospace-Dedicated-Startanlage von Andøya Space in Norwegen sowie der Spaceport Nova Scotia in Kanada umfassen. Das Unternehmen erklärte, dass seine Startliste für 2028 nach Unterzeichnung dieser Vereinbarung nahezu ausgebucht sei.

Diese fünf Missionen sind eine Erweiterung der bestehenden Zusammenarbeit beider Seiten. SEOPS organisiert im Rahmen des Waymaker-Programms exklusive und Mitfahrgelegenheits-Starts für Satellitenkunden, und der neue Vertrag legt Spectrum als Träger für einen Teil der Folgeaufträge fest. Die Vereinbarung betrifft künftige Startdienste und umfasst keine Transaktionen von Fertigungsanlagen oder Anteilen an der Spectrum-Rakete.

Am 5. September 2026 schloss Isar Aerospace die zweite Spectrum-Flugmission „Onward and Upward" ab. Die Mission startete von Andøya in Norwegen, die Rakete erreichte erfolgreich den Orbit und setzte alle Kundennutzlasten aus, darunter fünf CubeSats und eine Technologiedemonstrationsnutzlast. Dies war das erste Mal, dass Spectrum die In-Orbit-Deployment von Kundennutzlasten abschloss, und zugleich der zweite tatsächliche Flug des Unternehmens.

Das Unternehmen hat bereits mit den Vorbereitungen für den dritten Spectrum-Flug begonnen. Guillen erklärte, dass die dritte Mission so bald wie möglich nach dem erfolgreichen Orbit-Eintritt am 5. September durchgeführt werden solle; gleichzeitig erweitere das Unternehmen parallel die Produktions-, Triebwerkstest-, Stufentest- und Betriebskapazitäten an mehreren Startorten, um ab 2027 höhere Startfrequenzen zu unterstützen.

Spectrum ist eine zweistufige Flüssigtreibstoff-Trägerrakete, die sich hauptsächlich an den Markt für kleine und mittlere Satelliten sowie Satellitenkonstellationen richtet. Isar Aerospace verfolgt ein stark vertikal integriertes Modell, übernimmt Konstruktion, Produktion und Tests der Rakete selbst und errichtet eine dedizierte Startanlage in Andøya, Norwegen. Das Unternehmen plant zudem, über den Spaceport Nova Scotia in Kanada einen zweiten kommerziellen Startort hinzuzufügen, um für einen Teil der Kundenmissionen zwischen 2028 und 2030 unterschiedliche Startazimute und Orbitoptionen bereitzustellen.

Im Juni 2026 schloss Isar Aerospace eine Finanzierung in Höhe von 270 Millionen Euro ab. Das Unternehmen gab bekannt, dass diese Mittel für den Ausbau der Spectrum-Produktionskapazität, die Förderung des neuen Parsdorf-Werks sowie die Erweiterung der Startdienstleistungen für Regierungs- und kommerzielle Kunden verwendet werden sollen. Nach Eingang der neuen Mittel treibt das Unternehmen die Serienproduktion weiter im Rahmen der Werkskapazität von maximal 40 Spectrum-Einheiten pro Jahr voran.

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