Kürzlich veröffentlichte S&P Global eine Prognose, wonach die kanadische Ölsandproduktion in diesem Jahr voraussichtlich einen Rekordwert von 3,5 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird. Dies entspricht einem Anstieg von 5 % gegenüber dem Vorjahr. Bis 2030 soll die kanadische Ölsandproduktion auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag steigen, was einer Steigerung von fast 3 % gegenüber der vorherigen Prognose entspricht.

S&P Global warnt jedoch, dass trotz der steigenden Ölsandproduktion Kanadas potenzielle Exportengpässe nicht ignoriert werden dürfen. Kanada ist seit langem ein wichtiger Handelspartner der USA; über 90 % seiner Rohölexporte gehen in die USA. In diesem Jahr ist die kanadische Energiewirtschaft jedoch aufgrund der US-Zölle und des Drucks auf die Grenzsicherheit bestrebt, Exportziele für ihre Ölsande außerhalb der USA zu finden. Der asiatisch-pazifische Raum gilt als wichtiger potenzieller Markt für die Ausweitung der kanadischen Ölsandexporte.
Alberta ist die Hauptquelle der kanadischen Ölsandproduktion, und das seit langem bestehende Enbridge Mainline-Pipelinesystem sorgt für einen stetigen Ölsandfluss in die Vereinigten Staaten. Im Jahr 2024 schloss Kanada den Ausbau der Trans Mountain Pipeline ab, die sich von Alberta nach Westen bis zur Westküste von British Columbia erstreckt und einen wichtigen Zugang für Seeexporte in den asiatisch-pazifischen Markt bietet. Bis heute ist jedoch der Großteil der über die Trans Mountain Pipeline an die kanadische Westküste verschifften Ölsande nach wie vor für die Vereinigten Staaten bestimmt, anstatt den Pazifik zu überqueren und die weit entfernten Märkte im asiatisch-pazifischen Raum zu erreichen.









