Nach einem Gerichtsurteil wurden neue Manager für die Übernahme von Special Steel UK (SSUK), einer Tochtergesellschaft von Liberty Steel in South Yorkshire, ernannt. SSUK, das Stahl aus Schrott produziert, steht aufgrund steigender Schulden und unsicherer Betriebsbedingungen vor dem Bankrott.

Dieser Schritt erfolgte, nachdem die britische Regierung Anfang des Jahres die Kontrolle über British Steel in Scunthorpe übernommen hatte, um die Schließung des letzten großen Stahlwerks des Landes zu verhindern. In Scunthorpe steht der größte Lichtbogenofen Großbritanniens, der für seine Energieeffizienz bekannt ist und voraussichtlich eine Schlüsselrolle bei der Energiewende der Stahlindustrie spielen wird.
Doch Liberty Steel steckte schon seit längerem in finanziellen Schwierigkeiten: Der Hauptkreditgeber war pleitegegangen, und die Außenstände wuchsen, sodass das Unternehmen nicht in der Lage war, den für die Stahlproduktion benötigten Metallschrott zu kaufen.
Das Schicksal von SSUK liegt nun in den Händen eines Richters des Obersten Gerichtshofs. Die Anwälte von Sanjeev Gupta, dem Vorsitzenden der GFG Alliance, der Muttergesellschaft von Liberty Steel, warnten, dass ein möglicher Liquidationsbeschluss die Stahlproduktion des Werks zum Erliegen bringen könnte. Guptas Anwaltsteam beantragte eine Fristverlängerung, um das Verwaltungsverfahren abzuschließen, da so direkte staatliche Eingriffe vermieden würden.
Die Anwälte der Gläubiger haben dem Gericht jedoch ein Schreiben der Regierung zugesichert, in dem sie versichern, dass das Stahlwerk notfalls unter Zwangsverwaltung gestellt werde. Die Gläubiger, denen Hunderte Millionen Pfund geschuldet werden, haben Klage eingereicht, um die Liquidation des Unternehmens und den Verkauf seiner Vermögenswerte zur Tilgung ihrer Schulden zu erzwingen.
GFG Alliance, das in den Bereichen Energie, Handel und Stahl tätig ist, beschäftigt in Großbritannien Tausende von Mitarbeitern. Das Unternehmen ist nach dem Zusammenbruch seines Hauptkreditgebers Greensill Capital im Jahr 2021 in die Kritik geraten. Quellen aus dem Umfeld von Gupta bestätigten, dass das Unternehmen in Gesprächen mit dem Investmentgiganten BlackRock ist, um im Rahmen eines „Pre-Administration“-Verfahrens neue Finanzierung für die Übernahme von GFG Alliance zu sichern.
Die Regierung unterstützt zwar Maßnahmen zur Unterstützung der Stahlindustrie, hat jedoch Sanjeev Guptas Forderungen nach direkter finanzieller Unterstützung wiederholt abgelehnt und steht nun vor schwierigen Entscheidungen, wie etwa der Frage, ob Gupta die Kontrolle über das Unternehmen behalten darf.









