Der Risikobewertungsausschuss der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat kürzlich offiziell seine Unterstützung für eine EU-weite Beschränkung der Herstellung, des Verkaufs und der Verwendung von PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) bekundet. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Umwelt- und Gesundheitsrisiken dieser persistenten Chemikalien anzugehen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Roberto Scazzola, betonte: „Ohne angemessene Kontrolle können PFAS ein Risiko für Mensch und Umwelt darstellen. Eine EU-weite Beschränkung ist daher eine wirksame Maßnahme, um diese Risiken zu verringern."

PFAS werden aufgrund ihrer schwierigen Abbaubarkeit in der Umwelt oft als „ewige Chemikalien" bezeichnet und sind weit verbreitet in Verbraucherprodukten wie Kosmetika, antihaftbeschichteten Kochgeschirr und schmutzabweisenden Textilien sowie in industriellen Bereichen wie Flugzeugteilen und der Elektronikfertigung. Ihre chemische Stabilität führt jedoch zu einer Anreicherung in Ökosystemen und im menschlichen Körper und verursacht langfristige Umweltprobleme.
Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass eine PFAS-Exposition mit Leberschäden, niedrigem Geburtsgewicht, einem geschwächten Immunsystem und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten in Verbindung stehen könnte. Dies hat die Aufsichtsbehörden in Europa und den USA dazu veranlasst, die Beschränkungen zu verschärfen, um das Klagerisiko für Hersteller zu verringern. Obwohl sie ein umfassendes Verbot unterstützen, räumen die Regulierungsbehörden ein, dass es für einige kritische Anwendungen noch keine Alternativen gibt. Die vorgeschlagenen Beschränkungen könnten daher begrenzte Ausnahmen umfassen, beispielsweise für Schlüsseltechnologien wie Asthmainhalatoren oder Halbleiter für Elektrofahrzeuge.
Der zweite Ausschuss für sozioökonomische Analyse der ECHA hat ebenfalls die Auswirkungen einer PFAS-Beschränkung bewertet und unterstützt das Verbot unter gleichzeitiger Empfehlung gezielter Ausnahmen. Der industrielle Verbrauch dominiert die PFAS-Nutzung. Laut Daten der Chemikalienagenturen der nordischen Länder verbrauchen die Kunststoff- und Elektronikprodukte-Industrien große Mengen dieser Stoffe. Während die EU zu einer strengeren Regulierung übergeht, müssen PFAS-abhängige Branchen sicherere Alternativen entwickeln. Die Stellungnahme der ECHA wird den Rechtsvorschlag der Europäischen Kommission beeinflussen. Nach Abschluss der sozioökonomischen Überprüfung, die bis Ende des Jahres erwartet wird, wird Brüssel verbindliche Vorschriften einführen. Dies könnte ein wichtiger Schritt für den weltweiten Ausstieg aus PFAS und die Verringerung der Umweltverschmutzung sein.









