Das weltweit erste Endlager für hochradioaktive Abfälle „Onkalo" in Finnland in Betrieb genommen
2026-05-25 16:12
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de.wedoany.com-Bericht: Finnland ist das erste Land der Welt, das ein permanentes geologisches Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle in Betrieb genommen hat. Die Anlage mit dem Namen „Onkalo" (was „Höhle" bedeutet) befindet sich auf der Insel Olkiluoto an der Westküste und soll eine der dauerhaftesten Herausforderungen in der Geschichte der Kernenergie lösen: die sichere Isolierung gefährlicher Stoffe über Zehntausende von Jahren.Onkalo Endlager

Onkalo wird von der finnischen Entsorgungsgesellschaft Posiva betrieben. Der Bau begann 2004, die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro. Die Anlage liegt in einer Tiefe von über 430 Metern und ist für eine Kapazität von 6.500 Tonnen abgebrannten Brennstoffs ausgelegt. Sie kann die Abfälle aller fünf finnischen Reaktoren bis in die 2120er Jahre aufnehmen und wird danach dauerhaft verschlossen. Das Entsorgungssystem verwendet drei passive Barrieren: korrosionsbeständige Kupferbehälter, eine selbstabdichtende Bentonit-Tonpufferschicht und das 1,9 Milliarden Jahre alte, stabile Gneis-Grundgestein, um eine dauerhafte Isolation von der menschlichen Zivilisation zu gewährleisten.

Seit den 1950er Jahren sind weltweit rund 400.000 Tonnen abgebrannter Brennstoff angefallen, von denen sich zwei Drittel noch in Zwischenlagern befinden. Schweden plant den Bau einer ähnlichen Anlage in Forsmark, Frankreich hat das Projekt Cigéo, das jedoch noch nicht begonnen wurde. Angesichts der extrem langfristigen Herausforderung, dass die Abfälle mindestens 100.000 Jahre lang gefährlich bleiben, hat der Künstler Martin Kunze ein auf Keramikplatten basierendes Warnsystem entworfen, das Warnbotschaften an weit entfernte zukünftige Zivilisationen übermitteln soll. Dies markiert den ersten praktischen Versuch der Menschheit, ein Sicherheitsversprechen für die Zeit „nach Zehntausenden von Jahren" umzusetzen.

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