Deutschlands FlixTrain unterzeichnet 2,4-Milliarden-Euro-Vertrag zur Bestellung von 65 Talgo-230-Zügen, Betriebsaufnahme 2028
2026-05-27 15:54
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de.wedoany.com-Bericht: FlixTrain hat mit dem spanischen Zughersteller Talgo und Siemens Mobility aus Deutschland eine Rahmenvereinbarung im Wert von bis zu 2,4 Milliarden Euro unterzeichnet. Geplant ist die Beschaffung von bis zu 65 neuen Hochgeschwindigkeits-Personenzügen. Der erste feste Auftrag hat einen Wert von über 1 Milliarde Euro. Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen, wobei die erste Strecke München bedienen wird. Diese Beschaffung markiert den Wandel des deutschen Open-Access-Betreibers von der Anmietung aufgearbeiteter Wagen hin zu maßgeschneiderten Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen.

Die Rahmenvereinbarung umfasst die Beschaffung und Instandhaltung von Talgo-230-Zügen und Siemens-Vectron-Lokomotiven. Die Züge sind als Wendezüge konzipiert, mit einer Vectron-Lokomotive an einem Ende und einem Steuerwagen am anderen, wodurch Rangiermanöver in Kopfbahnhöfen wie dem Münchener Hauptbahnhof entfallen. Die Talgo-Wagen verfügen über eine Gelenkbauweise und sind mit barrierefreien Zugängen, Klimaanlage, modernem WLAN und Fahrgastinformationssystemen ausgestattet. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurden die von FlixTrain im Rahmen des Vertrags bestellte Anzahl an Vectron-Lokomotiven und die konkrete Laufzeit der Instandhaltungsvereinbarung noch nicht bekannt gegeben. Sowohl die Talgo-230-Züge als auch die Vectron-Lokomotiven sind für den mehrsystemfähigen grenzüberschreitenden Betrieb ausgelegt und bieten dem Betreiber die technische Grundlage für eine zukünftige Expansion in benachbarte europäische Märkte.

Der Gesamtwert des Vertrags beläuft sich auf 2,4 Milliarden Euro (der feste Anteil beträgt über 1 Milliarde Euro) und involviert die drei Parteien FlixTrain, Patentes Talgo und Siemens Mobility. Die Züge sind für eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h ausgelegt. Das Volumen dieser Vereinbarung macht sie zum größten privaten Auftrag für Personenfahrzeuge in der modernen Geschichte der deutschen Eisenbahn. Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn (DB) unterzeichnete 2019 eine Rahmenvereinbarung mit Talgo über die Bestellung von bis zu 100 Talgo-230-Zügen (Markenname ICE L). Der erste feste Auftrag umfasste 23 Züge im Wert von 550 Millionen Euro, später, im Mai 2023, wurden weitere 56 Züge im Wert von rund 1,4 Milliarden Euro nachbestellt, was einer Gesamtzusage von etwa 1,95 Milliarden Euro für 79 Züge entspricht. Die Stückkosten von FlixTrain sind mit denen der Deutschen Bahn gut vergleichbar und spiegeln die gestiegenen Herstellungs- und Materialkosten der letzten Jahre wider. Siemens hat bereits über 2400 Vectron-Lokomotiven an mehr als 50 Kunden in ganz Europa verkauft, was eine hohe Interoperabilität und Ersatzteilversorgung sicherstellt.

Durch den Wechsel von angemieteten, aufgearbeiteten Wagen zu standardisierten, neu gebauten Hochgeschwindigkeitszügen beabsichtigt FlixTrain, die Monopolstellung der Deutschen Bahn im Fernverkehr herauszufordern. Das hochkapazitive Niederflurdesign des Talgo 230 soll die Bahnhofsstandzeiten und Betriebskosten optimieren und so das Niedrigpreis-Geschäftsmodell von FlixTrain unterstützen. Die Bekanntgabe des Vertragswerts erfolgte zeitgleich mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Siemens für das zweite Quartal 2026, die ein Umsatzwachstum von 6 Prozent zeigten, hauptsächlich getrieben durch mehrjährige Bahnverträge im Mobilitätsbereich sowie die Leistung der Sparten für intelligente Infrastruktur und digitale Industriesoftware.

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