de.wedoany.com-Bericht: Am 28. Mai gaben VodafoneThree UK und der schwedische Telekomausrüster Ericsson den Abschluss eines Netz-Upgrades bekannt. Dabei wurde durch den Einsatz der Multi-Operator Core Network (MOCN)-Technologie in den Multi-Vendor-4G- und 5G-Netzen die gemeinsame Nutzung des Kernnetzes mit der bestehenden gemeinsamen Multi-Operator Radio Access Network (MORAN)-Infrastruktur verbunden. Nach Abschluss des Upgrades können sich Vodafone- und Three-Kunden automatisch mit dem Netz mit der jeweils besseren verfügbaren Abdeckung verbinden. Über 10.000 Standorte in Großbritannien wurden mit MOCN-Fähigkeit ausgestattet.
Die unmittelbare Auswirkung dieses Upgrades besteht darin, dass die kombinierten Netzressourcen von Vodafone und Three schneller in eine für die Nutzer spürbare Verbesserung von Abdeckung und Kapazität umgewandelt werden. Ericsson gab bekannt, dass sich bis zu 28,6 Millionen Vodafone- und Three-Kunden nun automatisch mit der besten verfügbaren Abdeckung verbinden können und rund 16.500 Quadratkilometer Mobilfunk-Funklöcher in Großbritannien beseitigt wurden. Durch die gemeinsame Nutzung des zusammengelegten Spektrums können bis zu 50 Millionen Menschen, das entspricht etwa 71 Prozent der britischen Bevölkerung, auf die schnellsten 5G-Geschwindigkeiten von VodafoneThree zugreifen.
Die Hauptfunktion von MOCN besteht darin, es verschiedenen Betreibermarken zu ermöglichen, ihre eigenen Kernnetze und Servicesysteme weiter zu betreiben, während sie sich Funkstandorte und Spektrumsressourcen teilen. Das bestehende Netz von VodafoneThree verfügte bereits über die Grundlage der gemeinsamen MORAN-Funkzugangsnetznutzung. Durch MOCN wird nun die gemeinsame Kernnetznutzung in dasselbe Multi-Vendor-4G- und 5G-Netz integriert, sodass Endgeräte je nach Signal- und Kapazitätslage vor Ort auf die geeigneteren Netzressourcen zugreifen können. Für die Nutzer äußert sich diese Veränderung in verbesserter Abdeckung, höherer Kapazität und erhöhter Verbindungsstabilität in Spitzenlastregionen, ohne dass ein Tarifwechsel oder zusätzliche Kosten erforderlich sind.
VodafoneThree hatte zuvor bekannt gegeben, dass bis April 2026 in Großbritannien 10.000 Basisstationsstandorte mit MOCN ausgestattet sein werden; im November 2025 lag diese Zahl bei 8.000, wovon über 21 Millionen Kunden profitierten. Die nun mit Ericsson verkündete Fertigstellung des erstklassigen Netz-Upgrades bedeutet, dass dieses Netzkonsolidierungsprojekt von der phasenweisen Standortaktivierung zu einem neuen Knotenpunkt des koordinierten Betriebs von gemeinsamer Kernnetznutzung und gemeinsamer Funknetznutzung voranschreitet.
Diese Entwicklung steht auch im Einklang mit den langfristigen Investitionszusagen nach dem Zusammenschluss der britischen Geschäfte von Vodafone und Three. Die beiden Unternehmen gründeten nach der Fusion VodafoneThree und kündigten an, innerhalb von 10 Jahren 11 Milliarden Pfund zu investieren, um ein führendes 5G-Netz in Großbritannien aufzubauen. Zu den Zielen gehört eine 99-prozentige Bevölkerungsabdeckung mit 5G Standalone (SA) bis 2030 und eine weitere Steigerung auf 99,96 Prozent bis 2034. Das MOCN-Upgrade ist eines der ersten technischen Projekte, das nach der Fusion Netzsynergien freisetzt.
Für den britischen Mobilfunkmarkt liegt die Bedeutung des MOCN-Upgrades nicht nur in der Anzahl der Standorte. Der Mobilfunknetzausbau wird seit langem durch Standortverfügbarkeit, Stromversorgung, Übertragung, Spektrum und Kapitaleffizienz eingeschränkt. Durch die gemeinsame Nutzung von Standorten, Spektrum und Netzkapazitäten können Betreiber die Abdeckungsdichte und Kapazitätsauslastung erhöhen, ohne die Infrastruktur vollständig doppelt aufbauen zu müssen. Insbesondere in ländlichen Gebieten, entlang von Verkehrsachsen, in Vororten und in Gebieten mit schlechter Innenraumabdeckung zeigt die gemeinsame Netznutzung oft schneller Wirkung als der alleinige Neubau von Standorten.
Allerdings bedeutet das MOCN-Upgrade für 10.000 Standorte nicht, dass das mobile Erlebnis in allen Regionen Großbritanniens bereits völlig einheitlich ist. Die tatsächliche Netzgeschwindigkeit und Stabilität hängen weiterhin von der Endgerätefähigkeit, den Frequenzbandkombinationen, der aktuellen Auslastung vor Ort, der Backhaul-Kapazität, der Innen- und Außenumgebung sowie dem Fortschritt nachfolgender Standortmodernisierungen ab. Für VodafoneThree ist die MOCN-Integration nur ein entscheidender Schritt der Netzkonsolidierung nach der Fusion. In der Folge müssen der weitere Ausbau von 5G Standalone, die Modernisierung der Funkausrüstung, die Spektrum-Neuordnung (Refarming), die Kernnetzoptimierung und der Kapazitätsausbau in Szenarien mit hoher Nutzerdichte vorangetrieben werden.
Der Fokus der weiteren Beobachtung wird darauf liegen, ob VodafoneThree die Investitionszusage von 11 Milliarden Pfund planmäßig einhalten kann, wie sich die MOCN-Nutzung in Spitzenlastszenarien dauerhaft bewährt, wie der Fortschritt der 5G-SA-Abdeckung ist und ob der britische Mobilfunkmarkt nach der Netzkonsolidierung gleichzeitig eine verbesserte Abdeckung und Preisdisziplin aufrechterhalten kann. Der Abschluss des MOCN-Netz-Upgrades für über 10.000 Standorte durch VodafoneThree in Großbritannien zeigt, dass der Netzwerkwert nach einer Mobilfunkfusion sich von der reinen Spektrums- und Standortkonsolidierung weiter in Richtung einer integrierten Koordination von Kernnetz, Funknetz und Nutzererfahrung verlagert.
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