TotalEnergies strebt Rückzug von deutschen Offshore-Windparks an – Investitionen von 7 Milliarden Euro betroffen
2026-06-03 11:07
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de.wedoany.com-Bericht: TotalEnergies strebt die Rückgabe eines Teils der in den Jahren 2023 bis 2025 bei deutschen Offshore-Wind-Auktionen erworbenen Projekte an. Grund sind Verzögerungen beim Netzausbau und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Das Unternehmen gab an, bereits 10 % des Gesamtgebotsbetrags, rund 800 Millionen Euro, gezahlt und eine Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro hinterlegt zu haben. Nun hofft es, diese Summe zurückzuerhalten.

Bereits im Juni 2025 hatte TotalEnergies in einer Pressemitteilung zur Vergabe des Projekts N-9.4 eine strategische Überprüfung seiner seit 2023 in Deutschland erworbenen Offshore-Windprojekte angekündigt. Damals hieß es, das Ziel sei ein Dialog mit den deutschen Behörden über mögliche Entwicklungsbedingungen. Ein Jahr später hat sich die Lage deutlich verschlechtert. Laut einem internen Diskussionspapier, das NDR und der Süddeutschen Zeitung vorliegt, könnten einzelne Projekte aus den Auktionsrunden 2023 bis 2025 nicht realisierbar sein. TotalEnergies äußerte sich nicht zu konkreten Fragen. Ein Sprecher erklärte lediglich in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem NDR, die Entwicklung dieser Projekte habe weiterhin Priorität, und es gehe um einen Vorschlag zum Umgang mit bereits eingetretenen Verzögerungen. Laut NDR und Süddeutscher Zeitung mehren sich auch die Anzeichen für einen Rückzug von JERA Nex bp. Branchenkreisen zufolge werden die Büros in Berlin und Hamburg nach und nach geschlossen; der Mietvertrag für das Hamburger Büro sei bereits gekündigt. Eine Anfrage an JERA Nex bp blieb unbeantwortet.

Die finanziellen Dimensionen verdeutlichen die Schwere der Lage. Im Jahr 2023 ersteigerte TotalEnergies Standorte für Windparks in der Nord- und Ostsee für knapp 6 Milliarden Euro, 2024 kamen weitere knapp 2 Milliarden Euro hinzu – ein Investitionsportfolio von rund 7,5 Gigawatt. Das Unternehmen hat 10 % des Gesamtgebotsbetrags (etwa 800 Millionen Euro) gezahlt und eine Sicherheitsleistung von 750 Millionen Euro hinterlegt. Zwei weitere Standorte mit über 4 Gigawatt gingen an das Joint Venture JERA Nex bp. Laut BWO sind in den Auktionsjahren 2023 bis 2025 insgesamt Projekte mit einer installierten Leistung von rund 16 Gigawatt betroffen. Bei einem Investitionsvolumen von etwa 3 Milliarden Euro pro Gigawatt beläuft sich allein der Wert der Windparkseite auf rund 50 Milliarden Euro.

Ein Rückzug hätte Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte. 90 % der Einnahmen aus den Offshore-Auktionen sind zur Begrenzung der Netzentgelte und damit zur Stabilisierung der Strompreise vorgesehen. Sollten die über 7 Milliarden Euro aus den Geboten von TotalEnergies ausfallen, fehlte dieses Geld an anderer Stelle, was konkrete Auswirkungen auf den weiteren Netzausbau hätte.

Der BWO schlägt die Einführung eines rechtlichen Rahmens vor, der es Projektentwicklern ermöglicht, erworbene Standorte innerhalb einer bestimmten Frist freiwillig zurückzugeben. BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm erklärte, die Bundesregierung habe es versäumt, in den Auktionsregeln für Offshore-Wind eine Rückgabeoption für bereits vergebene Projekte vorzusehen. Das bestehende Auktionsdesign verlagere erhebliche Risiken auf die Unternehmen. Insbesondere bei erheblichen Verzögerungen beim Netzanschluss bestehe ein reales Risiko, dass Standorte mit einer installierten Leistung von bis zu 16 Gigawatt blockiert würden.

Der Vorschlag des BWO sieht ein Rückgabefenster innerhalb von vier Wochen nach Inkrafttreten der rechtlichen Grundlage vor. Die zurückgegebenen Standorte sollten so schnell wie möglich ab 2027 im Rahmen eines neuen Auktionsdesigns, gegebenenfalls über Sonderausschreibungen, neu vergeben werden. Unternehmen, die Standorte zurückgeben, dürften diese nicht erneut ersteigern und müssten die vorläufigen Untersuchungsergebnisse an die Bundesnetzagentur übergeben. Die Sicherheitsleistung würde vollständig zurückerstattet, nicht jedoch die bereits gezahlten naturschutzrechtlichen Anteile. Thimm erklärte, Projekte mit Milliardeninvestitionen ohne realistische Realisierungsperspektive stellten eine echte Bedrohung für die Lieferkette dar. Man erwarte von der Bundesregierung, diesen Vorschlag aus der Offshore-Windbranche umgehend umzusetzen.

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