de.wedoany.com-Bericht: Lloyd's Register (LR) arbeitet mit SK Shipping und der HD Hyundai Group zusammen, um gemeinsam zertifizierbare, autonome Schiffsdesigns der nächsten Generation zu entwickeln. Ziel ist es, einen praktischen Testfall zu schaffen, der zeigt, wie Klassifikationsregeln an die wachsende Automatisierung angepasst werden können.
Die Kooperationsvereinbarung wurde auf der Posidonia 2026 bekannt gegeben. Beteiligt sind HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering, HD Hyundai Heavy Industries, HD Hyundai Marine Solution sowie Avikus.
Das Ziel der Zusammenarbeit ist nicht die vollständige Abschaffung der Besatzung, sondern die Entwicklung von Übergangsschiffsdesigns, die ein höheres Automatisierungsniveau mit einem reduzierten Personalbedarf kombinieren. Für die Betreiber stellt sich die Kernfrage, welche Aufgaben sicher von der Besatzung auf das System übertragen werden können, ohne neue Betriebsrisiken zu schaffen.
Das Projekt konzentriert sich auf vier Bereiche: unbemannte Brückenoperationen, digitale Maschinenraumwartung, automatisierte Decksoperationen und eine breitere Systemintegration. Lloyd's Register erklärte, das Ziel sei es, ein klassifikationskonformes Schiffskonzept zu schaffen, das im Rahmen der sich entwickelnden Regulierungsrahmen – einschließlich der von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) erarbeiteten Regeln für maritime autonome Überwasserschiffe (MASS) – bewertet werden kann.
Für die Reedereien ist der Zeitpunkt entscheidend. Die heutigen Schiffsbauentscheidungen werden die Flottenkapazitäten bis in die 2040er Jahre beeinflussen. Werden Schiffe ohne einen klaren Automatisierungspfad bestellt, könnten später teure Nachrüstungen erforderlich sein. Umgekehrt könnten Schiffe, deren Design der Regulierung zu weit voraus ist, mit Verzögerungen bei der Zulassung rechnen müssen.
Für Lloyd's Register bietet dieses Projekt einen direkten Input für die Zulassung zukünftiger autonomer Schiffsdesigns. Die Klassifikationsgesellschaft plant, die Erkenntnisse zu nutzen, um ihre ShipRight-Verfahren und die allgemeinen Richtlinien für autonome Schiffsdesigns zu verbessern. Sung Gu Park, Präsident von Lloyd's Register für Nordostasien, erklärte, dass die Herausforderung für viele Kunden weniger in der Verfügbarkeit der Technologie selbst liege, sondern vielmehr in den Entscheidungen, die früh im Lebenszyklus eines Schiffes getroffen werden.
Für SK Shipping ist dies eine betriebliche Frage. Harold Son, Leiter des Büros für technologische Innovation bei SK Shipping, wies darauf hin, dass die Hauptaufgabe der Betreiber darin bestehe, Technologien zu integrieren, die die Effizienz und Sicherheit von Schiff und Besatzung verbessern. Die Zusammenarbeit wird als ein hochgradig pragmatischer Ansatz zur Automatisierung angesehen, der dazu beiträgt, die Operationen an Bord zu optimieren und die Arbeitsbelastung der Besatzung zu verringern.
Die Rolle der HD Hyundai Group besteht darin, den Schiffsbau, maritime Lösungen und autonome Technologien in einer einzigen Projektstruktur zu vereinen. Sangsik Yoon, Senior Vice President von HD Hyundai Heavy Industries, erklärte, dass die Zusammenarbeit es der Gruppe ermögliche, die Automatisierung und Systemarchitektur, die Betriebserfahrung von SK Shipping und den Regulierungsrahmen von LR zu integrieren. Das Projekt bietet auch Avikus, dem Experten für autonome Navigation von HD Hyundai, eine Plattform, um seine Technologie in ein breiteres Schiffsdesign einzubetten, anstatt sie als bloße Zusatzfunktion zu betrachten.
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