de.wedoany.com-Bericht: Die spanische Staatsbahn Renfe hat eine neue Ausschreibung für Hochgeschwindigkeitszüge gestartet. Geplant ist die Beschaffung von 30 Hochgeschwindigkeitszügen mit dem Ziel eines kommerziellen Betriebs bei 350 km/h. Der Auftragswert beträgt 1,36 Milliarden Euro, mit einer Option auf den Kauf von weiteren 40 Zügen im Wert von fast 1,8 Milliarden Euro. Die Angebotsfrist endet am 23. Juni 2026, die eingereichten Angebote müssen 18 Monate gültig bleiben.

Das Beschaffungsprojekt wurde im März dieses Jahres vom Renfe-Vorstand genehmigt und ist Teil des Modernisierungsplans für das Rollmaterial des spanischen Schienennetzes. Laut der von der EU-TED veröffentlichten Ausschreibung von Renfe Viajeros beläuft sich der Gesamtwert der Rahmenvereinbarung auf schätzungsweise 4,14 Milliarden Euro. Die Auslieferung erfolgt in mehreren Tranchen: Die ersten fünf Züge müssen innerhalb von 40 Monaten nach Vertragsunterzeichnung geliefert werden, die restlichen bestellten Züge innerhalb von 78 Monaten, wobei alle sechs Monate ein Zug ausgeliefert wird.
Renfe bewertet die Angebote anhand eines technisch-finanziellen Gesamtbewertungsmodells. Das technische Konzept fließt mit 59,8 % in die Gesamtbewertung ein, der Preis mit 30 %, die restlichen 10,2 % entfallen auf qualitative technische Kriterien. Die Bieter müssen eine vorläufige Sicherheitsleistung in Höhe von 54,8 Millionen Euro hinterlegen. Der Zuschlagsempfänger muss anschließend eine endgültige Sicherheitsleistung in Höhe von 5 % des Auftragswerts stellen. Die teilnehmenden Unternehmen müssen die rechtlichen, finanziellen und technischen Voraussetzungen erfüllen, darunter die Berechtigung zum Abschluss von Verträgen mit öffentlichen Einrichtungen, die fristgerechte Erfüllung von Steuerpflichten und Sozialversicherungsbeiträgen sowie die Einhaltung der in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Anforderungen an finanzielle Leistungsfähigkeit und technische Erfahrung.
Die Hochgeschwindigkeitszug-Ausschreibung von Renfe zielt darauf ab, die bestehende Flotte zu erneuern, die Kapazität zu erhöhen und die Zuverlässigkeit zu verbessern, um der wachsenden Nachfrage im Schienenpersonenverkehr gerecht zu werden. Die spanischen Hochgeschwindigkeitszüge verkehren in der Regel mit einer kommerziellen Geschwindigkeit von etwa 300 km/h. Renfe weist in der offiziellen Bekanntmachung darauf hin, dass für einen regulären kommerziellen Betrieb bei 350 km/h allein die technische Zulassung der Zuggarnituren nicht ausreicht; auch die Infrastruktur muss entsprechend vorbereitet sein, um höhere Geschwindigkeiten sicher nutzen zu können. Die Strecke Madrid–Barcelona wurde als erster Pilotkorridor für die Geschwindigkeitserhöhung ausgewählt. Die Behörden planen notwendige Infrastrukturarbeiten auf dieser Achse mit dem Ziel, die Reisezeit zwischen den beiden Städten auf unter zwei Stunden zu verkürzen.
Die neu beschafften Hochgeschwindigkeitszüge müssen mindestens 450 Sitzplätze (zweite Klasse) bieten und strenge Barrierefreiheitsanforderungen erfüllen, damit sie von Fahrgästen mit eingeschränkter Mobilität genutzt werden können. Die Züge sind mit einem Bordrestaurant und weiteren fahrgastfreundlichen Funktionen zur Verbesserung des Reiseerlebnisses ausgestattet. In technischer Hinsicht sind die Zuggarnituren für die europäische Normalspur ausgelegt und mit modernen Signal- und Steuerungssystemen ausgestattet, darunter ERTMS/ETCS und ASFA (Anuncio de Señales y Frenado Automático). ASFA ist das in Spanien hauptsächlich verwendete Signalsystem mit automatischer Bremsung für die Sicherheit.
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