de.wedoany.com-Bericht: Die Posidonia 2026 zeichnet sich als die technologisch anspruchsvollste Ausgabe ab, bei der Künstliche Intelligenz, energiesparende Technologien und cloudnative maritime Software in den Hallen der Athens Metropolitan Expo zusammenkommen.
Eine Umfrage der Posidonia Exhibitions vor der Messe ergab, dass über 40 Aussteller KI in irgendeiner Form in ihre Geschäftsabläufe integriert haben – eine Zahl, die zur Messe 2024 noch undenkbar war, als KI-gesteuerte Technologien für den Schifffahrtsbetrieb noch in Laboren und Pilotprojekten getestet wurden. Von Klassifikationsgesellschaften über Softwareentwickler bis hin zu Ausrüstungsherstellern und Logistikplattformen durchdringt die Technologie alle Bereiche der Branche.

Die praktischen Ergebnisse dieses Wandels wurden auf einer Technologiepräsentation des britischen Ministeriums für Wirtschaft und Handel (UK Department for Business and Trade) in Zusammenarbeit mit der Society of Maritime Industries (SMI) eindrucksvoll demonstriert. Die Konferenz versammelte mehrere britische Maritime-Technologieunternehmen, die Lösungen für den operativen Druck griechischer Reeder und Flottenbetreiber angesichts verschärfter Regulierungen, schwankender Treibstoffkosten und beschleunigter digitaler Transformation anboten. Die Präsentation stellte fünf für die griechische Schifffahrtsbranche besonders relevante Technologiecluster vor: Windunterstützte Antriebe und Energiesparvorrichtungen, digitales Asset-Management und Betriebskontrolle, Propelleroptimierung und Systemintegration sowie physische Schiffsicherheit – zusammen bilden sie das, was die Organisatoren als „Full-Stack"-Flottenbereitschaftslösung bezeichnen.
Noel Tomlinson, Business Development Manager für Commercial Shipping & Ports bei BMT, betonte, dass Entscheidungsklarheit eine zentrale Herausforderung für Betreiber sei. Die eigentliche Frage sei, welche Technologie für ein bestimmtes Schiff oder eine bestimmte Flotte geeignet sei und wann sie eingesetzt werden solle. Betreiber ertrinken in Daten, daher hängt das Vertrauen in Entscheidungen maßgeblich von der Qualität und Struktur der Daten ab.

Dr. Milad Armin, Geschäftsführer von Enki Marine, stellte die Vorteile Künstlicher Intelligenz für die Schiffsantriebstechnologie vor. Das Unternehmen präsentierte Deep Impact, eine innovative KI-Lösung des digitalen Zeitalters, die an der Schnittstelle von Dekarbonisierung und Digitalisierung positioniert ist und darauf abzielt, Antriebssysteme stets in Bestleistung zu halten. Laut Armin hilft die Technologie Reedern, signifikante jährliche Treibstoffeffizienzsteigerungen zu erzielen, die je nach Schiffstyp zwischen 200.000 und 500.000 US-Dollar liegen.

In der Podiumsdiskussion „Navigating the Future: KI in der globalen Schifffahrt", die Teil der 5. Trading in US Waters Conference war, erörterten drei Redner aus den Perspektiven von Klassifikationsgesellschaften, Start-ups und der Wissenschaft die strategischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für KI in der Schifffahrt. Joshua Divin, Senior Vice President für Maritime Business Development bei der American Bureau of Shipping (ABS), erwähnte, dass ABS seit 2017 den Wert von Daten für die Schifffahrt verfolgt und mittlerweile mehrere KI-gesteuerte Projekte betreibt, darunter ein KI-Kompetenzzentrum, KI-Beratungsdienste und das Tool Plato, das die maritime Compliance beschleunigen soll, als digitaler Dialogassistent fungiert und Fachleuten hilft, Klassifikationsregeln schnell zu navigieren. Er betonte, dass KI bleiben werde und jedes Unternehmen überlegen müsse, wie es sie implementiert. Maria Kolitsida, Gründerin und CEO von Signal Fusion, wies darauf hin, dass KI helfen könne, den menschlichen Faktor im Betrieb systematisch zu messen, fragmentierte Erkenntnisse in konsistente Betriebssignale zu verwandeln und die Leistung von Besatzungen unter Druck und im Zeitverlauf zu verstehen und vorherzusagen – eine operative Verhaltensanalyse der Schiffsbesatzung. George Kokosalakis, Exekutivdirektor des Centre of Excellence in Shipping, Logistics & Energy und außerordentlicher Professor am American College of Greece, sprach darüber, dass KI derzeit das stärkste Dekarbonisierungswerkzeug sei, jedoch Hindernisse wie Vertrauenslücken, Automatisierungsparadoxon, Cybersicherheit und organisatorische Bereitschaft bestünden. Dennoch seien KI-basierte Entscheidungsunterstützungssysteme nicht unerreichbar; es gebe bereits kommerziell verfügbare Lösungen.
Parallel zur Messe präsentierte das deutsche Unternehmen HHX.blue das digitale Tool SeaCheck, das sich auf Risikobewertung, Entscheidungszeitpunkte und die Schaffung nachhaltiger Finanzstrukturen im KI-Zeitalter konzentriert. Das griechische Unternehmen Fleetwork stellte die erste vollständig in Griechenland entwickelte, speziell auf die Bedürfnisse moderner Reedereien zugeschnittene Cloud-basierte maritime ERP-Plattform vor. Giannis Sarris, Gründer und CEO von Fleetwork, erklärte, dass auf der Posidonia 2026 die nächste Generation der Plattform vorgestellt wurde, mit Schwerpunkt auf neuen KI-gesteuerten Tools, intelligenteren Workflows und Cloud-Fähigkeiten zur Verbesserung der Echtzeit-Zusammenarbeit zwischen Schiff und Land, um Reedereien mehr Flexibilität, bessere Nutzung von Betriebsdaten und effizientere tägliche Abläufe zu ermöglichen.
Die Posidonia 2026 wird vom Ministerium für maritime Angelegenheiten und Inselpolitik (Ministry of Maritime Affairs and Insular Policy), der Hellenic Chamber of Shipping und der Union of Greek Shipowners veranstaltet und von der Gemeinde Piräus (Municipality of Piraeus) sowie dem Greek Shipping Co-operation Committee unterstützt.
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