Investitionen in Brasiliens Strominfrastruktur könnten 2026 137 Milliarden BRL erreichen
2026-06-06 10:20
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de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Energiesektor begegnet der wachsenden Stromnachfrage und den Verzögerungen beim Bau von Übertragungsinfrastruktur durch die Modernisierung und Erweiterung bestehender Leitungen. Die brasilianische Energie-Forschungsgesellschaft (EPE) schätzt, dass die Auktionen im Jahr 2026 Investitionen von bis zu 137 Milliarden BRL anziehen könnten, um die nationale Strominfrastruktur auszubauen und die Energieversorgung zu erhöhen.

Laut den Prognosen des Zehnjährigen Energieausbauplans (PDE 2035) wird die Stromerzeugung Brasiliens im nächsten Jahrzehnt weiterhin stetig wachsen. Die Systemlast wird neue strukturelle Faktoren wie Rechenzentren, die Produktion von kohlenstoffarmem Wasserstoff und Ammoniak sowie die Elektrifizierung industrieller Prozesse umfassen. Bis 2038 haben die Anträge auf Netzzugang zum Basisnetz 50 Gigawatt überschritten, was etwa der Hälfte des aktuellen Spitzenbedarfs des nationalen Verbundsystems (SIN) entspricht.

Die Übertragungskapazität steht unter Druck. Die durchschnittliche Zeit für neue Leitungen von der Umweltgenehmigung über die Ausschreibung bis zur Inbetriebnahme kann mehr als fünf Jahre betragen, was zu einer zeitlichen Diskrepanz zwischen Systembedarf und tatsächlicher Bereitstellung der Infrastruktur führt. Neben den langen Vorlaufzeiten für Umweltgenehmigungen machen geografische und soziale Beschränkungen die Erschließung neuer Übertragungskorridore in der Nähe großer Verbrauchszentren unmöglich.

In diesem Zusammenhang bieten Leitungsmodernisierungen eine Lösung. Modernisierung bedeutet, die Übertragungskapazität zu erhöhen, ohne neue Masten zu bauen, die Wegerechte auszuweiten oder umfangreiche Tiefbauarbeiten durchzuführen. Eine der Techniken ist der Leitungsaustausch, bei dem herkömmliche Kabel durch leistungsstärkere Leiter ersetzt werden. Die international am weitesten verbreitete Technologie betrifft hochtemperaturbeständige Leiterseile mit geringem Durchhang (HTLS), wie z. B. Aluminium-Leiterseile mit Stahlkern (Aluminum Conductor Steel Supported, ACSS). Diese können bei Temperaturen von bis zu 250 °C betrieben werden, weit über dem typischen Temperaturbereich herkömmlicher Leiter, und ermöglichen so eine deutliche Steigerung der Energieübertragungskapazität.

Brasilien verfügt über ein riesiges Stromnetz. Tausende Kilometer von Leitungen, die zwischen 1970 und 2000 gebaut wurden, wurden für andere Lastprofile ausgelegt als heute. Mit der steigenden Nachfrage und sich ändernden Systemkonfigurationen muss ein Teil der Infrastruktur verstärkt werden. Planer analysieren bereits Verstärkungslösungen, Übertragungsunternehmen suchen nach Möglichkeiten zur Minderung von Betriebsbeschränkungen, und Integratoren bewerten Technologien, die die Übertragungskapazität erweitern können, ohne neue Strukturen zu bauen. Brasilien tritt in ein Jahrzehnt ein, in dem es in dicht besiedelten Stadtzentren und Hochrisikogebieten weder den physischen Raum noch die regulatorische Zeit für den Bau neuer paralleler Leitungen gibt. Die Modernisierung ist entscheidend, um Übertragungsengpässe in strategischen Regionen zu vermeiden und den Ausbau der versteigerten Leitungen zu ergänzen.

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