Myanmar arbeitet daran, die Handels- und Investitionsbeziehungen mit Indien zu stärken und prüft die Möglichkeit, Seltene Erden nach Indien zu exportieren, um seine übermäßige Abhängigkeit von China zu verringern. Indien ist gegenwärtig Myanmars viertgrößter Handelspartner und die jüngsten Geschäftsbesuche zwischen beiden Seiten haben das Potenzial für eine Zusammenarbeit weiter hervorgehoben.
Im Dezember 2024 besuchte eine Delegation des Geological Survey of India Myanmar und hielt bilaterale Treffen mit dem Ministerium für natürliche Ressourcen und Umweltschutz von Myanmar ab, um Kooperationsmöglichkeiten im Bereich Seltener Erden und kritischer Mineralien auszuloten. Myanmar verfügt über reiche Vorkommen an Seltenen Erden, insbesondere solchen, die für Elektrofahrzeuge benötigt werden. Allerdings dominiert China derzeit die Seltenerdexporte Myanmars.
Indien ist der elftgrößte Investor in Myanmar; 39 indische Unternehmen haben Investitionen in Höhe von 782,821 Millionen US-Dollar genehmigt. Die Regierung von Myanmar hat großes Interesse an einer Zusammenarbeit in Bereichen wie Arzneimittel, Textilien, Chemikalien, Gewürze, Landmaschinen, erneuerbare Energien, Solarenergie, Lebensmittelverarbeitung und schnelldrehende Konsumgüter gezeigt.
Der bilaterale Handel ist stetig gewachsen; das Handelsvolumen stieg zwischen April und November 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 23 % auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Davon exportierte Indien etwa 396,51 Millionen US-Dollar nach Myanmar und importierte etwa 1.113,7191 Millionen US-Dollar aus Myanmar. Arzneimittel sind ein wichtiges Exportprodukt Indiens nach Myanmar und machen in Myanmar 60 % des Marktanteils aus. Myanmar exportiert Hülsenfrüchte, Holzprodukte und landwirtschaftliche Produkte nach Indien. Linsen und Bohnen sind Indiens wichtigste Importgüter zur Deckung des inländischen Bedarfs an Grundnahrungsmitteln.
Um den bilateralen Handel zu fördern, werden Indien und Myanmar ab dem 25. Januar 2024 den Rupien-Kyat-Handelsabwicklungsmechanismus einführen. Die Punjab National Bank als Knotenpunktagentur für Indien und neun Banken in Myanmar haben einen speziellen Mechanismus für Rupien-Vostro-Konten zur Abwicklung von Transaktionen eingerichtet. Bisher wurden über diesen Mechanismus 14 Transaktionen im Wert von rund 70 Crore Rupien abgewickelt.
Das achte Treffen der Gemeinsamen Handelskommission Indien-Myanmar fand vom 25. bis 29. September 2024 in Delhi statt, um Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bei Zöllen, nichttarifären Handelshemmnissen, Zollverfahren und neuen Bereichen wie Energie, Agrarprodukte und Arzneimittel zu erörtern. Darüber hinaus diskutieren beide Seiten über die Unterzeichnung eines Küstenschifffahrtsabkommens, um den Handel weiter zu erleichtern.
Um weitere Kooperationsmöglichkeiten auszuloten, ermöglichte die indische Botschaft in Myanmar einer sechsköpfigen Delegation unter der Leitung von Myanmars Industrieminister Charlie Than einen Besuch in Indien. U Minn Minn, stellvertretender Handelsminister von Myanmar, besuchte im August 2024 ebenfalls Delhi und nahm am BIMSTEC Business Summit teil.
Im Januar 2025 veranstaltete die indische Botschaft in Yangon in Zusammenarbeit mit der indisch-myanmarischen Handelskammer die indisch-myanmarische Wirtschaftskonferenz 2025, bei der politische Entscheidungsträger, Unternehmen und andere Interessenvertreter zusammenkamen, um die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern weiter zu fördern.
Darüber hinaus nahm Myanmars Unionsminister für Investitionen und Außenwirtschaftsbeziehungen, Kan Zaw, kürzlich am Global Business Summit in Delhi teil und förderte so den Wirtschaftsdialog zwischen den beiden Ländern weiter. Am 13. und 14. Februar 2025 traf sich eine achtköpfige Delegation unter der Leitung von Vizeminister U Minn Minn mit dem indischen Staatsminister für Handel und Industrie, Jitin Prasada, und dem Staatsminister für Verbraucherangelegenheiten, Ernährung und öffentliche Verteilung, BL Verma, um konkrete Maßnahmen zur Vertiefung der Zusammenarbeit zu besprechen.









