2026 nimmt das niederländische Skytree Direct-Air-Capture-Projekt den Betrieb auf und fängt jährlich 900 Tonnen CO₂
2026-06-11 09:51
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de.wedoany.com-Bericht: Skytree und Lingezegen Energy setzen das Skytree Stratus-System erstmals kommerziell in den Niederlanden ein und bringen die Direct-Air-Capture-Technologie in die Praxis, um Gewächshauscluster mit fossilem CO₂ zu versorgen. Für die Erzeuger steht die Sicherstellung einer zuverlässigen CO₂-Versorgung im Vordergrund – besonders dann, wenn traditionelle Industriequellen unter Preisdruck, Versorgungsrisiken und Dekarbonisierungsauflagen leiden.

Gewächshausbetreiber nutzen CO₂-Düngung, um Pflanzenwachstum, Ertrag und Qualität zu fördern. Historisch stammte dieses CO₂ größtenteils aus industriellen Prozessen oder der Nutzung fossiler Brennstoffe. Da diese Quellen sich verändern oder zurückgehen, stehen Gartenbauunternehmen vor der Frage, wie sie stabil, kostengünstig und kohlenstoffarm an CO₂ gelangen können.

Das Skytree Stratus-System soll 2026 in Betrieb genommen werden, mit einer anfänglichen Abscheidekapazität von 900 Tonnen atmosphärischem CO₂ pro Jahr. Für 2027 ist eine Ausweitung auf 7.200 Tonnen pro Jahr geplant, um zehn Gewächshäuser auf einer Fläche von etwa 80 Hektar zu versorgen. Das System wird in die bestehende erneuerbare Infrastruktur von Lingezegen Energy integriert, darunter ein Solarpark auf dem Wasser und Wärmespeicher. Dieses lokale Integrationsmodell zielt darauf ab, Kohlendioxid in der Nähe der Erzeuger zu produzieren, anstatt es aus entfernten Industriequellen zu transportieren.

Für die niederländische Gartenbaubranche ist dies ein früher Test, bei dem Direct Air Capture von einem Klimatechnologiekonzept zu einer operativen Infrastruktur wird. Der Business Case hängt von Zuverlässigkeit, Kosten, Energieeffizienz und der Passung des Systems in den täglichen Gewächshausbetrieb ab. Skytree positioniert Stratus für Kunden, die auf CO₂ angewiesen sind, aber mit steigenden Preisen für flüssiges CO₂, Versorgungsunterbrechungen oder dem Druck zur Reduzierung fossiler Inputs konfrontiert sind. Das Unternehmen gibt an, dass die Plattform auf über zwei Jahren Betriebsdaten aus dem Labor basiert und nun in die kommerzielle Nutzung übergeht.

Direct Air Capture steht weiterhin vor zentralen Herausforderungen wie Energiebedarf, Kosten und Skalierbarkeit. Skytree erklärt, dass sein Stratus-System eine Moving-Bed-Technologie verwendet, die Adsorption und Desorption trennt, wobei das CO₂-absorbierende Material zwischen kalten und heißen Kammern bewegt wird, anstatt die gesamte Maschine während des Freisetzungsprozesses zu erhitzen. Laut Skytree kann der Großteil der Heizlast mit Niedertemperaturwärme von mindestens 80 °C gedeckt werden. Je nach Konfiguration kann der Stromverbrauch pro abgeschiedener Tonne CO₂ auf etwa 0,9 bis 1,0 MWh gesenkt werden. Das Unternehmen führt diese Leistung auf die Methode zurück, das Absorptionsmaterial direkt zu erhitzen, anstatt das gesamte umgebende System. Stratus ist modular aufgebaut, mit einer Einzelkapazität von 2,5 Tonnen CO₂ pro Tag, und soll die Erweiterung zu größeren Direct-Air-Capture-Anlagen unterstützen, während Wartung und zukünftige Upgrades handhabbar bleiben. Skytree verwendet zudem Prozesssteuerungssoftware zur Überwachung der Umgebungsbedingungen, um eine stabilere CO₂-Produktion bei saisonalen Temperaturschwankungen zu gewährleisten.

Der erste kommerzielle Anwendungsfall ist die Gewächshausproduktion, aber der potenzielle Markt ist breiter. Weitere Branchen, die zuverlässiges CO₂ benötigen, umfassen E-Fuels, Lebensmittel und Getränke, Verpackungen sowie industrielle Nutzer, die eine lokalisierte Kohlenstoffversorgung anstreben. Wenn das Lingezegen Energy-Projekt wie geplant läuft, wird es der Gartenbaubranche ein frühes dezentrales Geschäftsmodell für die Versorgung mit fossilem CO₂ bieten.

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