Salvador (Brasilien) startet mit PBIO Altöl-Recyclingprogramm – monatliches Sammelziel von 30-40 Tonnen
2026-06-11 10:02
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de.wedoany.com-Bericht: Die Stadtverwaltung von Salvador und das brasilianische Staatsunternehmen Petrobras Biocombustível (PBIO) haben am Montag (8.) offiziell das Altölprogramm gestartet, das die Sammlung von Frittieröl ausweiten und für die Biodieselproduktion nutzen soll. Bürgermeister Bruno Reis unterzeichnete im Geschäftsviertel am Pier 1 das Dekret zur Einrichtung des Programms und veröffentlichte eine öffentliche Ausschreibung für Altölsammelgenossenschaften.

Bruno Reis

Ziel der Aktion ist es, die unsachgemäße Entsorgung von Altöl zu reduzieren, gleichzeitig Sammelgenossenschaften zu unterstützen und die Einkommensmöglichkeiten der Stadtbewohner zu erweitern. Das Programm bezieht Händlerinnen von Acarajé sowie Restaurants, Bars und Einkaufszentren in die Altölsammelkette ein. Das gesammelte Altöl wird zur Fabrik von PBIO in Candeias transportiert und als Rohstoff für Biodiesel verwendet.

Registrierte Genossenschaften kaufen Altöl von Acarajé-Händlerinnen zu einem Preis von 3 Real pro Kilogramm (etwa 1 Liter) und von Restaurants sowie anderen Gewerbebetrieben zu 2 Real pro Kilogramm. Derzeit nehmen rund 100 Acarajé-Händlerinnen an einem Pilotprojekt mit ähnlichem Modell teil. Die Genossenschaften verkaufen das Altöl an PBIO weiter, das derzeit etwa 7 Real pro Kilogramm zahlt.

Ivan Euler, Leiter der Abteilung für nachhaltige Entwicklung, Resilienz, Wohlbefinden und Tierschutz, erklärte, dass der Starttermin bewusst auf den Weltmeerestag gelegt wurde, um auf das Problem hinzuweisen, dass Palmöl und Speiseöl häufig in die Kanalisation gelangen und schließlich in Flüsse und Meere fließen. Imbissstände und Gewerbebetriebe, die von dem Programm zertifizierte Genossenschaften beauftragen, erhalten ein Nachhaltigkeitszertifikat.

Laut Alex Gasparetto, Präsident von PBIO, wird der produzierte Biodiesel sowohl den brasilianischen Inlandsmarkt als auch den Export beliefern. Das Unternehmen arbeitet bereits in den Bundesstaaten Bahia und Minas Gerais mit Müllsammler-Genossenschaften zusammen, jedoch ist dies die erste direkte Kooperation mit einer Stadtverwaltung. Gasparetto erwartet, dass dank der neuen Vereinbarung die monatliche Altölsammelmenge von etwa 4 Tonnen im letzten Jahr auf 30 bis 40 Tonnen steigen könnte.

Neben diesem Programm gibt es in Salvador bereits 20 „Recycling Capital"-Stationen, die öffentliche Abfallsammlungen einschließlich Altöl durchführen. Bürger erhalten für jeden abgegebenen Liter Altöl etwa 400 Punkte, wobei jeder Punkt einem Rabatt von 1 Real auf die Stromrechnung entspricht.

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