de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianisch-bolivianische Erdgaspipeline-Betreiber Transportadora Brasileira Gasoduto Bolívia-Brasil (TBG) teilte am Mittwoch (10. Juni) mit, dass die Bolivien-Brasilien-Gaspipeline (Gasbol) nicht nur Pipelinegas aus dem argentinischen Vaca-Muerta-Schiefergasfeld aufnehmen, sondern auch als Tor für argentinische LNG-Importe nach Brasilien dienen könne.

Hijjar erklärte bei der von Econojournal in Buenos Aires veranstalteten Midstream & Gas Day-Veranstaltung, dass Argentinien beim Erdgasverkauf an Brasilien kaum an TBG vorbeikomme. Er wies darauf hin, dass es zwar Routen für den Transport von LNG zu mehreren brasilianischen Terminals gebe, TBG jedoch über das nächstgelegene Terminal zu Argentinien verfüge, wodurch die Transportkosten gesenkt werden könnten. Gemeint ist das von New Fortress Energy an die J&F-Gruppe verpachtete Terminal Gás Sul (TGS), ein Regasifizierungsterminal im Bundesstaat Santa Catarina, das an Gasbol angeschlossen ist und eine tägliche Einspeisekapazität von 15 Millionen Kubikmetern in das Netz hat.
Argentinien sucht aktiv nach neuen Exportmärkten für Erdgas und plant, ab 2027 LNG aus Vaca Muerta zu exportieren. Das aus YPF, Pan American Energy (PAE), Pampa Energía, Harbour Energy und Golar LNG bestehende Southern Energy (SESA)-Konsortium hat im März seinen ersten LNG-Verkaufsvertrag gesichert. Der Vertrag wurde mit der deutschen Sefe Securing Energy for Europe (SEFE) unterzeichnet und sieht ab Ende 2027 den jährlichen Verkauf von 2 Millionen Tonnen LNG über einen Zeitraum von acht Jahren vor, was einem Drittel der geplanten Verflüssigungskapazität entspricht. Das Projekt sieht die Installation von zwei Verflüssigungsschiffen in der Bucht von San Matías in der Provinz Río Negro vor.
Rodolfo Freyre, CEO von Southern Energy, erklärte am Mittwoch während der Veranstaltung, das Unternehmen strebe noch in diesem Jahr den Abschluss eines zweiten großen LNG-Verkaufsvertrags an. Es stünden noch 4 Millionen Tonnen zum Verkauf, und man plane, neue Produktionsmengen für das zweite Schiff zu vermarkten. Aus argentinischer Sicht habe der Krieg im Nahen Osten Teile der LNG-Infrastruktur Katars, eines der weltweit größten Erdgasexporteure, zerstört, was südamerikanischen Ländern die Chance biete, als zuverlässige LNG-Quelle aufzutreten, und die Verflüssigungsprojekte für Vaca-Muerta-Gas vorantreiben werde.
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