de.wedoany.com-Bericht: Cyan Ventures hat den „Green Fuel Accelerator“ (GFA) ins Leben gerufen, der die kommerzielle Produktion von kohlenstoffarmen flüssigen Kraftstoffen (LCLF) im industriellen Maßstab vorantreiben soll. Der Accelerator wird von der Australian Renewable Energy Agency (ARENA) gefördert und von Unternehmen wie Qantas und Boeing unterstützt. Er hat die ersten sieben australischen LCLF-Projekte ausgewählt, um deren finanziellen Abschluss und kommerzielle Produktion zu beschleunigen. Der GFA bietet maßgeschneiderte regulatorische, technische, kommerzielle und finanzielle Beratung, um Projektrisiken zu reduzieren, die inländische Versorgung mit kohlenstoffarmen Kraftstoffen zu erschließen und gleichzeitig Australiens Abhängigkeit von importierten Kraftstoffen zu verringern. Derzeit decken importierte Kraftstoffe in der Regel mehr als zwei Drittel des australischen Inlandsbedarfs.

Dr. Fraser Thompson, Managing Partner von Cyan Ventures, erklärte, dass der Green Fuel Accelerator darauf abzielt, Australiens natürliche Vorteile in operative Projekte umzuwandeln. Er ist der Ansicht, dass Australien über Rohstoffe, Innovationsfähigkeit und Partner in der Lieferkette verfügt, die zur Zusammenarbeit bereit sind, und somit das Potenzial hat, führend in der Technologie und Produktion kohlenstoffarmer Kraftstoffe zu werden. Was derzeit fehle, sei gezielte Unterstützung, um frühen Projekten zu helfen, die „Ziellinie“ in Bezug auf Finanzierungsstrukturen, Abnahmeverträge und regulatorische Leitlinien zu überqueren. Das Pilotprogramm wird den ersten sieben LCLF-Projekten Unterstützung in Bereichen wie Finanzierung und kommerzielle Abnahme bieten. Organisationen wie Qantas, Boeing, die Mission Possible Partnership, Climate Tech Partners und SYSTEMIQ werden Projektberatung leisten.
Fiona Messent, Chief Sustainability Officer von Qantas, sagte, dass der Ausbau der heimischen Industrie für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) von zentraler Bedeutung für die Reduzierung der Emissionen der Luftfahrt sei, und Qantas freue sich, kommerzielles und technisches Fachwissen beizusteuern. Dr. Kimberly Camrass, Director of Sustainability für den asiatisch-pazifischen Raum bei Boeing, ist der Ansicht, dass die Beteiligung an dieser Initiative ein entscheidender Schritt sei, um Australiens Energieunabhängigkeit zu sichern und die Dekarbonisierung der Luftfahrt voranzutreiben. Darren Miller, CEO von ARENA, wies darauf hin, dass Australien das Potenzial habe, kohlenstoffarme flüssige Kraftstoffe selbst herzustellen, und der Green Fuel Accelerator darauf abziele, Unterstützung zu bieten, um vielversprechenden Projekten zu helfen, die letzten Schritte vom Konzept zum kommerziellen Maßstab zu bewältigen und Australiens Widerstandsfähigkeit gegen Kraftstoffschocks zu stärken.
Gleichzeitig haben Technip Energies, Airbus, Safran und Tereos eine Vereinbarung unterzeichnet, um das Joint Venture Rebound zu gründen, das im Hafen von Dünkirchen in Nordfrankreich ein großes Produktionsprojekt für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) entwickeln soll. Das Projekt nutzt die Alcohol-to-Jet (AtJ)-Technologieroute und zielt auf eine jährliche Produktion von etwa 160.000 Tonnen SAF ab. Nach seiner Fertigstellung wird es eine der größten Anlagen dieser Art in Europa sein. SAF wird als das wichtigste Mittel zur Dekarbonisierung der Luftfahrt angesehen. Gemäß der EU-Verordnung Refuel EU Aviation muss der SAF-Beimischungsanteil bis 2030 6 % und bis 2050 70 % erreichen, was zu einem achtfachen Nachfragewachstum zwischen 2030 und 2050 führen wird.
In der Projektentwicklungsphase fungiert Technip Energies als führender Entwickler und Anbieter von Ingenieurdienstleistungen. Benjamin Lechuga, Chief Strategy and Sustainability Officer, erklärte, dass das Projekt die Strategie umsetze, durch angrenzende Geschäftsmodelle einen größeren Mehrwert zu schaffen. Airbus und Safran beteiligen sich als Industriepartner und potenzielle SAF-Abnehmer. Julie Kitcher, Chief Sustainability and Communications Officer bei Airbus, ist der Ansicht, dass das Rebound-Projekt ein „Vertrauensvotum“ für SAF und die Fähigkeit Europas sei, die Luftfahrt zu dekarbonisieren, und dazu beitrage, die europäische Energieversorgungssicherheit zu stärken und neue Arbeitsmärkte zu schaffen. Nathalie Stubler, Chief Sustainability Officer bei Safran, wies darauf hin, dass die großflächige Entwicklung von SAF für die Dekarbonisierung der Luftfahrt von entscheidender Bedeutung sei und das Projekt erstklassiges französisches und europäisches Fachwissen bündele. Tereos plant, das für das Projekt benötigte fortschrittliche Ethanol bereitzustellen und zu beschaffen. Jérôme Bos, Chief Strategy Officer, erklärte, dass das Projekt vollständig mit der Mission von Tereos übereinstimme, kohlenstoffarme industrielle Wertschöpfungsketten zu entwickeln. Die vier Partner decken die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zur Endverwendung in der Luftfahrt ab. Der Hafen von Dünkirchen hat Technip Energies bereits Industrieflächen zugewiesen, was dem Rebound-Projekt logistische und genehmigungsrechtliche Vorteile verschafft. Zu den nächsten Schritten gehören die Auswahl des Technologielizenzgebers, die Durchführung von Front-End-Engineering-Design (FEED)-Aktivitäten sowie der Abschluss von Rohstoffversorgungs- und Abnahmeverträgen. Die Gründung des Joint Ventures wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres endgültig abgeschlossen.
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