Europäisches Unternehmen The Exploration Company plant schwere wiederverwendbare Rakete für 2033
2026-06-11 15:23
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de.wedoany.com-Bericht: Das europäische Raumfahrt-Start-up The Exploration Company hat ein Entwicklungsprogramm für eine schwere, wiederverwendbare Trägerrakete gestartet, das hauptsächlich durch private Finanzierung vorangetrieben wird. Ziel ist es, bis Ende 2028 das Kernaggregat auf einem Prüfstand zu demonstrieren.

Modell der The Exploration Company

CEO Hélène Huby erklärte in einem Interview auf der ILA in Berlin, dass die eigentliche Trägerrakete voraussichtlich 2033 einsatzbereit sein werde. Das Unternehmen enthüllte auf der Messe ein maßstabsgetreues Modell des Storm-Triebwerks mit vollständigem Durchfluss-Stufenverbrennungszyklus, das mit Flüssigsauerstoff und Biomethan betrieben wird. Das System wird seit etwa zwei Jahren entwickelt, und Schlüsselkomponenten wurden bereits im verkleinerten Maßstab getestet.

Die erste Stufe der schweren Trägerrakete wird mit neun Storm-Triebwerken ausgestattet sein und in der Anfangsphase eine Nutzlast von etwa 15 bis 20 metrischen Tonnen in die Umlaufbahn bringen können. Geplant ist eine Nutzlastkapazität von 40 metrischen Tonnen in der wiederverwendbaren Konfiguration und bis zu 60 metrischen Tonnen, wenn die erste Stufe nicht geborgen wird. Das Storm-Triebwerk hat eine Schubkraft von bis zu 180 metrischen Tonnen auf Meereshöhe. Laut Sebastien Reichstadt, Leiter der Antriebsabteilung, konzentriert sich die derzeitige Arbeit auf Turbomaschinen, die Hauptbrennkammer-Hardware, die regenerativ gekühlte Düsenverlängerung sowie die sauerstoffreichen und treibstoffreichen Vorbrennkammern.

Huby erklärte, dass das Unternehmen zur Verkürzung der Entwicklungszeit auf die Entwicklung einer kleinen Trägerrakete verzichtet habe, da dies sonst etwa fünf bis sieben Jahre verschwendet hätte. The Exploration Company hatte zuvor die Übernahme des britischen Raketen-Start-ups Orbex erwogen, doch die Verhandlungen scheiterten; das britische Unternehmen ist inzwischen aufgelöst.

Das Unternehmen hat finanzielle Unterstützung von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und dem französischen Centre National d'Études Spatiales (CNES) erhalten und arbeitet auch mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen. Huby erklärte, dass das Unternehmen kurz vor dem Abschluss der Entwicklung einer Frachtkapsel im Rahmen des bestehenden ESA-Programms stehe. Ziel sei es, bis Ende dieses Monats 95 % der Subsysteme auf den Technologiereifegrad 6 (entspricht einem Demonstrationsmodell) zu bringen, der Rest werde im Sommer fertiggestellt. The Exploration Company bereitet sich darauf vor, sich für die nächste Phase zu bewerben und mit Thales Alenia Space zu konkurrieren. Im Rahmen dieses Programms (jetzt Aladdin genannt) muss das Unternehmen etwa 40 % des Projekts kofinanzieren. Huby erklärte, dass das Unternehmen die notwendige private Unterstützung für die nächste Phase erhalten habe.

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