de.wedoany.com-Bericht: Das vom deutschen Bund geförderte Forschungsprojekt DAC-Demonstrator endet am 2. Juni 2026 am Hauptsitz der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) und markiert den Abschluss eines sechsjährigen, mit insgesamt 30 Millionen Euro dotierten Erprobungsprogramms für die Digitale Automatische Kupplung (DAC). Ziel des Projekts ist es, das seit über 100 Jahren in Europa verwendete manuelle Schraubenkupplungssystem durch die DAC zu ersetzen. Zu den Projektpartnern gehören die Deutsche Bahn, DB Cargo, die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB Cargo), Rail Cargo Austria, Ermewa, GATX Rail Europe und VTG Rail Europe. Getestet wurden verschiedene DAC-Varianten in Rangierbahnhöfen, internationalen Korridoren und komplexen Logistikketten.
Das DAC-System vereint die automatische mechanische Kupplung mit synchronen digitalen und elektrischen Leitungsverbindungen in einem einzigen Vorgang und macht die manuelle Arbeit von Arbeitern, die zwischen den Waggons stehen müssen, um die Kupplungen zu verbinden, überflüssig. Das Projekt gliederte sich in sechs Phasen: Prüfstandstests, Betriebserprobung, Tests unter realen Güterverkehrsbedingungen sowie die Planung für eine zukünftige großflächige Einführung. Im abschließenden Projektbericht wurden keine konkreten Daten zum Datendurchsatz, zur maximalen Zugkraft oder zur mechanischen Haltbarkeit des Kupplungskopfes veröffentlicht.
Die DAC konkurriert am Markt mit drei etablierten Kupplungssystemen. Die manuelle Schraubenkupplung ist seit dem späten 19. Jahrhundert der europäische Güterverkehrsstandard; das Verbinden jedes Waggons dauert zwei bis fünf Minuten und bietet keine digitale Verbindung (Quelle: Internationaler Eisenbahnverband (UIC), 2020). Die automatische SA3/Willison-Kupplung kann Zugstangenlasten von bis zu 2500 kN aufnehmen, verfügt jedoch über keine integrierte Strom- und Datenleitungsverbindung (Quelle: Organisation für die Zusammenarbeit der Eisenbahnen (OSJD), 2018). Die in Nordamerika weit verbreitete Gelenkkupplung vom Typ AAR E/F kann Züge mit einem Gesamtgewicht von über 30.000 Tonnen bewältigen, benötigt jedoch ebenfalls externe elektrische und pneumatische Verbindungen. Die Differenzierung der DAC liegt in der Integration von mechanischen, pneumatischen und digitalen Funktionen in einer einzigen automatischen Kupplung. Dies korrespondiert direkt mit der beschleunigten Integration industrieller IoT-Architekturen im deutschen Eisenbahnsignalmarkt sowie mit der modularen Feldbus-Kopplertechnologie von Zulieferern wie Weidmüller, Balluff und SICK AG (Quelle: IndexBox Marktprognose für Feldbuskoppler, 2026).
Der Abschluss des DAC-Demonstrator-Projekts markiert, dass der europäische Schienengüterverkehrssektor die Phase der Machbarkeitsstudie hinter sich gelassen hat und nun in die Phase der Einführungsplanung eintritt. Die im Projekt erwähnte „Vorbereitung auf die großflächige Umsetzung“ hat die nächsten Finanzmittel explizit auf die Tagesordnung der Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen der EU nach 2027 gesetzt. Für die rund 400.000 im EU-Netz verkehrenden Güterwagen ist der nicht veröffentlichte Umrüstungszeitplan die größte ungelöste Variable. Einzelne Betreiber stehen vor einem Kollektivhandlungsproblem, das eine EU-weite Ermächtigung und Finanzierungsmechanismen ähnlich dem 30-Millionen-Euro-Pilotprojekt in Deutschland erfordert. Es wird erwartet, dass der Markt für Feldbuskoppler bis 2035, angetrieben durch die Nachfrage nach modularer Automatisierung, wachsen wird, was darauf hindeutet, dass das Zulieferer-Ökosystem für die digitale Rückgratinfrastruktur der DAC gleichzeitig mit der Kupplungshardware reift (Quelle: IndexBox, 2026).
Bezüglich der Kosten hat das DAC4EU-Konsortium keine Preise für einzelne DAC-Einheiten bekannt gegeben. Herkömmliche Schraubenkupplungen kosten jeweils etwa 500 bis 1.500 Euro, während Branchenschätzungen für die DAC pro Waggon zwischen 5.000 und 12.000 Euro liegen, abhängig vom Integrationsaufwand. Diese Zahlen wurden von den Projektpartnern jedoch nicht bestätigt. Hinsichtlich eines verbindlichen Einführungstermins wurde noch kein EU-weites Datum bekannt gegeben. Verbindliche Vorschriften und Umrüstungsfristen erfordern gesetzgeberische Maßnahmen der Europäischen Kommission, die frühestens zwischen 2028 und 2030 möglich sind.
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