de.wedoany.com-Bericht: Die Verkehrsbehörde von Wales (Transport for Wales) hat die abschließenden Tests und die Personalschulung für 36 Stadler Citylink-Straßenbahnzüge abgeschlossen. Die ersten Fahrzeuge sollen in diesem Sommer auf der Strecke von Pontypridd nach Cardiff Bay in den kommerziellen Betrieb gehen. Diese vollelektrischen Dreiwagenzüge ersetzen die dieselbetriebenen Class-150-Züge und verwirklichen ein Kernversprechen der South Wales Metro: einen 15-Minuten-Takt sowie eine Reisezeit von etwa 50 Minuten zwischen Cardiff und Treherbert, Aberdare und Merthyr. Da die Fahrzeuge keine Bordtoiletten haben, werden die Arbeiten zur Aufwertung der Bahnhofstoiletten parallel beschleunigt. Zu den Projektbeteiligten gehören Transport for Wales (Betreiber), Stadler (Zuglieferant) sowie die walisische Regierung (Welsh Government) als Fördergeber.
Der Einsatzumfang umfasst 36 neue Straßenbahnzüge, abgeschlossene Infrastrukturarbeiten sowie die stufenweise Fahrplanumstellung auf drei Talfahrstrecken. Jeder Citylink-Zug bietet stufenlosen Einstieg, offene Wagen und mehr Platz für Rollstühle und Fahrräder. Um den Fahrgastkomfort ohne Bordtoiletten zu gewährleisten, baut Transport for Wales an den Strecken nach Treherbert, Aberdare und Merthyr neun neue barrierefreie Bahnhofstoiletten und modernisiert fünf bestehende Anlagen, die mit Videoüberwachung, Echtzeit-Hilferufpunkten und Fernverriegelung ausgestattet werden, um asoziales Verhalten zu reduzieren. Die Züge können auch auf Stadtbahnschienen verkehren, was die Grundlage für das künftige Cardiff-Crossrail-Projekt legt. Die Gesamtkosten der Flotte wurden nicht bekannt gegeben.
Zum Vergleich: Die von Transport for Wales bestellten 36 Stadler Citylink-Züge sind mehr als fünfmal so viele wie beim ersten britischen Pilotprojekt für Straßenbahnzüge – South Yorkshire setzte sieben Class-399-Citylink-Züge ein (Quelle: South Yorkshire Passenger Transport Executive (SYPTE), 2018). Dieses Pilotprojekt bestätigte die Möglichkeit des kombinierten Einsatzes auf Schwer- und Stadtbahngleisen, während die walisische Flotte von Anfang an auf hohe U-Bahn-Frequenzen und künftigen oberirdischen Betrieb ausgelegt ist. Im Jahr 2025 kündigte der britische Finanzminister fünfjährige Finanzierungsvereinbarungen in Höhe von insgesamt 15,6 Milliarden Pfund für die Mayor Combined Authorities in England an, darunter Machbarkeitsstudien für die Verlängerung der Tyne & Wear Metro nach Washington und die Wiedereröffnung der Leamside Line (Quelle: HM Treasury, 2025). Diese Pläne spiegeln die landesweite Bedeutung hochfrequenter, elektrifizierter städtischer Regionalnetze wider, doch Wales arbeitet im Rahmen seiner eigenen dezentralen Finanzierungsvereinbarungen und hat keine vergleichbaren Kostendaten veröffentlicht.
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