de.wedoany.com-Bericht: Der wöchentliche nationale Erntefortschrittsbericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), veröffentlicht Anfang Juni 2026, zeigt, dass in den sechs Bundesstaaten, die 100 % der Sorghumanbaufläche der USA ausmachen, der Aussaatfortschritt bis zum 7. Juni bei 53 % lag. Dies entspricht dem Niveau des Vorjahreszeitraums, liegt jedoch unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 57 %. In der Vorwoche (bis zum 31. Mai) betrug der Aussaatfortschritt 44 %. Der Bericht zeigt außerdem, dass der Auflauffortschritt bei 39 % liegt, verglichen mit 35 % im Vorjahreszeitraum und einem Fünfjahresdurchschnitt von 41 %.
Sorghum ist eine trockenheits- und hitzetolerante Getreidepflanze, die häufig als Tierfutter, für Biokraftstoffe und in der Lebensmittelverarbeitung verwendet wird. Die USA sind einer der weltweit führenden Sorghumproduzenten und -exporteure. Die Anbaugebiete konzentrieren sich hauptsächlich auf die zentralen Ebenen, darunter Kansas, Texas, Colorado, Oklahoma, Nebraska und South Dakota. Die Produktion in Kansas und Texas macht dabei über 70 % der gesamten US-Produktion aus. Etwa 60 % bis 70 % des in den USA produzierten Sorghums werden exportiert, hauptsächlich nach China, Mexiko und Japan.
Im Mai 2026 prognostizierte das USDA in seinem Bericht „World Agricultural Supply and Demand Estimates" (WASDE) erstmals eine Sorghumanbaufläche von 6,1 Millionen Acres für das Wirtschaftsjahr 2026/27, ein Rückgang gegenüber 6,6 Millionen Acres im Vorjahr. Der erwartete Ertrag pro Acre liegt bei 69,2 Scheffel, verglichen mit 72,6 Scheffel im Vorjahr. Die Gesamtproduktion wird auf 367 Millionen Scheffel (etwa 9,32 Millionen Tonnen) geschätzt, ein Rückgang gegenüber 437 Millionen Scheffel (etwa 11,1 Millionen Tonnen) im Vorjahr. Die gesenkten Erwartungen für Anbaufläche und Ertrag sind hauptsächlich auf die im Vergleich zu Konkurrenzkulturen wie Mais und Sojabohnen geringere Rentabilität des Sorghumanbaus sowie auf Trockenheit in einigen Anbauregionen zurückzuführen. Für das Wirtschaftsjahr 2025/26 werden die US-Sorghumexporte auf 275 Millionen Scheffel und die Endbestände auf 28 Millionen Scheffel geschätzt.
Der verzögerte Aussaatfortschritt könnte die endgültig realisierte Anbaufläche und das spätere Ertragspotenzial beeinträchtigen. In den kommenden Wochen werden die Wetterbedingungen in den zentralen Ebenen und den südlichen Ebenen der entscheidende Faktor dafür sein, ob die Aussaat von Sorghum innerhalb des optimalen Zeitfensters abgeschlossen werden kann. Das USDA wird am 30. Juni seinen jährlichen Anbauflächenbericht veröffentlichen, der genauere Aussaatdaten liefern wird. Marktanalysten weisen darauf hin, dass ein anhaltend langsamer Aussaatfortschritt und eine letztlich geringere als erwartete Anbaufläche die Versorgungslage für Sorghum in den USA im Wirtschaftsjahr 2026/27 beeinträchtigen und folglich die internationalen Sorghumpreise stützen könnten.
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