Ford Motor Co. gab am Montag bekannt, dass es bis zu 4,4 Milliarden Euro (rund 4,8 Milliarden US-Dollar) in seine deutschen Betriebe investieren werde, um sein Europageschäft wiederzubeleben. Dieser Schritt stellt für Ford eine wichtige Initiative auf seinem angeschlagenen europäischen Markt dar.
Ford teilte in einer Presseerklärung mit, dass die mit 5,8 Milliarden Euro Schulden belastete deutsche Tochter den strategischen Wandel fortsetzen werde. Der Schwerpunkt liege dabei auf Kostensenkung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die europäische Autoindustrie sieht sich mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und wachsender Konkurrenz durch asiatische Konkurrenten konfrontiert. Viele Autohersteller sind deshalb gezwungen, Fabriken zu schließen und Arbeitsplätze abzubauen. Ford hat in Europa bereits Tausende Arbeitsplätze abgebaut, viele davon in Deutschland. Darüber hinaus erwägen die USA die Einführung von Zöllen auf importierte Autos, was die Schwierigkeiten der europäischen Autohersteller weiter verschärfen würde.
Ford-Vizechef John Lawler sagte, mit der Rekapitalisierung des Deutschlandgeschäfts unterstütze Ford die Transformation seines Europageschäfts und stärke seine Wettbewerbsfähigkeit mit einem neuen Produktportfolio. Lawler betonte: „Um in Europa ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen, müssen wir auch weiterhin die Unternehmensführung vereinfachen, Kosten senken und die Effizienz verbessern.“ Darüber hinaus hat Ford aufgrund der langsamer als erwarteten Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Europa eine flexiblere Haltung gegenüber seinen zuvor gesetzten Zielen eingenommen.
Die neue Finanzierungszusage umfasst eine Kapitalspritze, um die übermäßige Kreditaufnahme der Ford-Werke zu reduzieren und einen mehrjährigen Geschäftsplan zu finanzieren. Die Finanzierung ersetzt zudem eine seit 2006 bestehende Vereinbarung, wonach Ford sämtliche Verluste seiner deutschen Tochtergesellschaften decken würde. Die Änderung löste Proteste der mächtigen deutschen Gewerkschaft IG Metall aus. Ohne den Deal, so die IG Metall, könne die deutsche Ford-Tochter „in den kommenden Jahren pleitegehen“, wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessere und der US-Mutterkonzern nicht mehr in der Lage sei, die Verluste zu decken. Lawler forderte die europäischen Politiker auf, eine klare Agenda zur Förderung von Elektrofahrzeugen festzulegen und die Emissionsziele an die Verbrauchernachfrage anzupassen.









