Usbekistans erstes Kernkraftwerksprojekt tritt in die Bauphase ein, Umweltüberwachungssystem wird gleichzeitig gestartet
2026-06-22 10:21
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de.wedoany.com-Bericht: Usbekistan treibt sein erstes großes Kernenergieprojekt voran. Im Juni 2026 begann der Bau des ersten Blocks des Kernkraftwerks in der Provinz Jizzax. Das Projekt umfasst zwei leistungsstarke VVER-1000-Reaktoren und zwei kleine RITM-200N-Reaktoren. Als wichtiges Infrastrukturprojekt im Wandel der Energiestruktur des Landes betrifft das Kernkraftwerksprojekt nicht nur die Stromversorgungskapazität, sondern stellt auch höhere Anforderungen an den Umweltschutz und die öffentliche Sicherheit.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Kernkraftwerks hat Usbekistan begonnen, Mechanismen zur Umweltverträglichkeitsprüfung und ökologischen Kontrolle einzurichten. Im Mai dieses Jahres wurde eine spezielle Expertengruppe eingerichtet, um eine staatliche ökologische Begutachtung der Materialien zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Kernkraftwerksbaus durchzuführen. Diese Expertengruppe setzt sich aus einheimischen Fachleuten sowie Experten spezialisierter Einrichtungen aus Belarus zusammen und wird eine umfassende Analyse der Atmosphäre, der Wasserressourcen, des Bodens, der Flora und Fauna, der Grundwasserhydrologie und der seismischen Bedingungen durchführen sowie die in öffentlichen Anhörungen vorgebrachten Meinungen untersuchen.

Gemäß den einschlägigen Konzepten der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) sollten bei neuen Kernenergieprojekten Umweltschutzanforderungen bereits in einem frühen Stadium berücksichtigt werden. Dieser Prozess beginnt mit der Standortauswahl und zieht sich durch die gesamte Umweltverträglichkeitsprüfung, die Bauphase und den anschließenden Betrieb. Besonders wichtig ist die Bestimmung der anfänglichen ökologischen und radiologischen Hintergrundwerte vor der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks, da alle zukünftigen Überwachungsdaten an diesen „Basiswerten“ gemessen werden, um festzustellen, ob abnormale Veränderungen des Umweltzustands eingetreten sind.

Internationale Erfahrungen bieten Usbekistan eine Referenz. Das erste Kernkraftwerk in Belarus wurde mit russischer Technologie gebaut und versorgt das Land derzeit mit etwa 40 % seines Stroms. Rund um diese Anlage wurde ein vollständiges System zur Strahlungs- und Umweltüberwachung eingerichtet. Der Überwachungsbericht für 2024 zeigt, dass die Strahlungsindikatoren landwirtschaftlicher Produkte in der Beobachtungszone das vor Baubeginn festgelegte anfängliche Hintergrundniveau nicht überschritten haben. Das belarussische Kernkraftwerk hat außerdem ein automatisiertes Strahlungsüberwachungssystem installiert, das über Sensoren an Überwachungspunkten die Gammastrahlungsintensität misst und spektroskopische Analysen durchführt; die relevanten Daten werden automatisch an das Betriebszentrum übermittelt.

Für Länder mit heißerem Klima sind die Erfahrungen des Kernkraftwerks Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenfalls aufschlussreich. Dieses Kraftwerk startete bereits vor der Brennstoffbeladung des ersten Blocks eine radioökologische Überwachung und veröffentlicht die Ergebnisse zweimal jährlich. Die Überwachung umfasst den Zustand von Boden, Luft, Meerwasser, Grundwasser, Trinkwasser sowie von Fischen und anderen Organismen. Daraus ergibt sich, dass Usbekistan bei der Umsetzung seines ersten Kernkraftwerksprojekts besonderes Augenmerk auf die Bestimmung der anfänglichen Umwelt- und Strahlungshintergrundwerte, den Aufbau eines automatisierten Überwachungssystems, Labortests, die Bewertung lokaler klimatischer und hydrogeologischer Faktoren sowie die Offenlegung von Umweltinformationen legen muss.

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