Kanadischer Buhler Versatile übernimmt deutschen Traditionsbaggerhersteller Atlas
2026-06-24 09:39
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de.wedoany.com-Bericht: Der insolvente deutsche Baumaschinenhersteller Atlas Group hat am 11. Juni 2026 den Kaufvertrag notariell beurkundet. Übernommen wird das Unternehmen vom kanadischen Landmaschinenhersteller Buhler Versatile, der zur türkischen Asko Group gehört – einer Familien-Holding mit über 2.500 Mitarbeitern. Mit dieser Übernahme will die Asko Group ihre Präsenz auf dem europäischen Markt weiter ausbauen.

Die Atlas Group mit Hauptsitz in Norddeutschland ist ein traditionsreicher Baumaschinenhersteller mit über 100-jähriger Geschichte. Der Erwerb umfasst sämtliche Vermögenswerte der operativen Einheiten von Atlas, unterliegt jedoch zwei Bedingungen: Erstens der Genehmigung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gemäß dem Außenwirtschaftsgesetz; zweitens der Erstellung eines Personalanpassungsplans. Buhler Versatile verpflichtet sich lediglich zur Übernahme eines „erheblichen Teils“ der Belegschaft, nicht aller. Atlas beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter; unter ihnen kursieren Schätzungen, dass bis zu 200 Stellen gestrichen werden könnten. Ob die drei Werke von Atlas in Norddeutschland – das Hauptwerk in Ganderkesee (Montage von Radbaggern, Raupenbaggern und Zweiwegebaggern für die Bahn), das Werk in Delmenhorst (Hydraulikladekrane, Minibagger) und das Werk in Vechta (Produktion von Hydraulikzylindern und Zubehör) – erhalten bleiben, ist umstritten.

In den vergangenen rund zwei Jahren befand sich die Atlas Group in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Anfang 2026 stellte das Unternehmen offiziell einen Antrag auf Eigenverwaltung. Die IG Metall kritisierte die Kommunikationsweise des neuen Eigentümers und forderte den Investor auf, konkrete Stellenabbau- und Restrukturierungspläne so schnell wie möglich offenzulegen.

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