de.wedoany.com-Bericht: Spanien ist an diesem Freitag dem ersten „Dreiparteienabkommen“ der EU zur Förderung der Energiespeicherung beigetreten. Diese Initiative, die von Regierungen, Unternehmen und Finanzinstituten gemeinsam ins Leben gerufen wurde, soll nach dem Willen Brüssels die Integration erneuerbarer Energien beschleunigen, die Strompreise senken und die Flexibilität sowie Sicherheit des Stromsystems erhöhen.

Der EU-Kommissar für Energie und Wohnungsbau, Dan Jørgensen, erklärte, die Energiespeicherung sei das fehlende Glied beim Übergang zu sauberer Energie. Dieses neue Kooperationsmodell zwischen Industrie und öffentlicher Hand werde den Investoren mehr Planungssicherheit und den Projekten mehr Sichtbarkeit verschaffen. Das Abkommen wurde am Rande der Tagung des EU-Energieministerrates in Luxemburg unterzeichnet und vereint mehrere Mitgliedstaaten, Entwickler und Hersteller von Speicherprojekten, Entwickler erneuerbarer Energien, die energieverbrauchende Industrie sowie Finanzinstitute. Ziel ist es, die Einführung von Speicherlösungen kurzfristig zu beschleunigen, um das europäische Stromsystem effizienter, flexibler zu machen und günstigeren Strom bereitzustellen. In einer Erklärung der EU-Kommission heißt es, es reiche nicht aus, lediglich die erneuerbaren Energien auszubauen; man müsse auch den Betrieb des Energiesystems optimieren.
Im Rahmen des Abkommens haben sich 22 Mitgliedstaaten verpflichtet, in den nächsten zwei Jahren eine zusätzliche Speicherkapazität von insgesamt 30 bis 35 Gigawatt (GW) zu schaffen. Die nationalen Regierungen werden die Speicherbranche unterstützen, Hindernisse für deren Entwicklung beseitigen und den nationalen Regulierungsbehörden gestatten, kostendeckende, nichtdiskriminierende und flexibilitätsfördernde Netzentgelte festzulegen oder zu genehmigen. Darüber hinaus werden die Regierungen über nationale und europäische Finanzierungsquellen unter Einhaltung der Beihilfevorschriften (wie dem Beihilferahmen für saubere Industrien) bei Bedarf finanzielle Unterstützung für den Aufbau und die Herstellung von Speichern bereitstellen.
Entwickler von Speicher- und Erneuerbare-Energien-Projekten werden jährliche Schätzungen zu neuen Projekten und deren Größenordnung vorlegen. Die energieverbrauchende Industrie verpflichtet sich, Speicherprojekte in ihren eigenen Anlagen zu entwickeln und klarere Informationen über ihre Stromverbrauchszeiten und -mengen bereitzustellen. Finanzinstitute werden ihre Erfahrungen mit Speicherprojekten teilen, um diese für Investoren attraktiver zu machen, und mit der Europäischen Investitionsbank-Gruppe sowie untereinander zusammenarbeiten, um die Finanzierungswirkung für Speicherlösungen zu erhöhen. Die EU-Exekutive wird die nationalen Regierungen bei der Aufstellung von Finanzierungsprogrammen unterstützen, unter anderem über die Bank für industrielle Dekarbonisierung zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen und Wege zur Förderung des Speicherausbaus erkunden.
Brüssel schätzt, dass die EU bis 2030 eine Speicherkapazität von rund 200 Gigawatt benötigt, um den Anforderungen des Energiesystems gerecht zu werden. Anfang dieses Jahres lag die installierte Speicherkapazität bei etwa 55 Gigawatt.
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