Solarausbau in Illinois über 6 GW: Wegweisend für eine gerechte Energiewende
2026-06-29 16:07
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de.wedoany.com-Bericht: Der US-Bundesstaat Illinois verbindet bei der Nutzung sauberer Energie Gerechtigkeit und Arbeitsstandards. Nexamp, der größte Entwickler von Gemeinschaftssolaranlagen, und das Clean Energy Leadership Institute (CELI) veranstalteten am 24. Juni in Chicago gemeinsam eine Abendveranstaltung mit Fokus auf Gemeinschaftsinvestitionen und Arbeitskräfteentwicklung. Zu den Teilnehmern zählten politische Entscheidungsträger, Regulierungsbehörden sowie Studierende des Forschungsprogramms für erneuerbare Energien von Nexamp und dem City Colleges of Chicago.

Zaid Ashai, CEO von Nexamp, betonte, dass saubere Energie und Erschwinglichkeit kein Widerspruch seien. Dezentrale Solarenergie und Stromspeicher böten gewöhnlichen Tarifkunden einen Weg zu stabilen Preisen. Illinois verfolge beim Aufbau einer sauberen Energiewirtschaft einen einheitlichen Kurs. Der stellvertretende Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Marcus C. Evans Jr., wies darauf hin, dass die Infrastruktur schnell errichtet werden könne, sobald die Regierung klare Entscheidungen getroffen habe.

Daten zufolge hat Illinois eine installierte Solarkapazität von über 6.000 Megawatt in Betrieb, ein deutlicher Anstieg gegenüber rund 80 Megawatt vor zehn Jahren, und ist damit führend im Mittleren Westen. Gemäß dem Portfolio-Standard für erneuerbare Energien des Bundesstaates wurden bereits über 13 Gigawatt Wind- und Solarenergie erschlossen. Nach Genehmigung neuer Projekte mit rund 800 Megawatt Wind- und 740 Megawatt Solarenergie durch die staatliche Handelskommission wird sich die Pipeline-Kapazität auf 14,5 Gigawatt erhöhen. In der Community Power Scorecard des Institute for Local Self-Reliance erhielt Illinois als einziger Bundesstaat die Note B und liegt damit vor New York, Massachusetts und Kalifornien.

Die Diskussionsrunde der Veranstaltung wurde von Jess Collingsworth, Direktorin für Zentralpolitik bei Nexamp, moderiert und konzentrierte sich auf den vom Gouverneur Pritzker im Januar unterzeichneten und am 1. Juni in Kraft getretenen „Clean and Reliable Grid Affordability Act“ (CRGA, SB 25). Audrey Steinbach, Leiterin des Bereichs Stromspeicher bei der Illinois Power Agency, erläuterte, dass das Ziel des Bundesstaates eine kumulierte Speicherkapazität von 3.000 Megawatt bis Ende 2030 sei, wobei die erste Ausschreibung im August dieses Jahres beginne. Das Programm für virtuelle Kraftwerke in Wohngebieten werde Mitte Juli für Kunden von ComEd und Ameren zur Registrierung freigegeben und zahle Hausbesitzern mit Batterien für Netzdienstleistungen. JC Kibbey, Klimaberater von Illinois, bezeichnete virtuelle Kraftwerke als den schnellsten und günstigsten Weg, um Erzeugungskapazitäten ins Netz zu integrieren, und wies darauf hin, dass 71 % der Einwohner von Illinois bis 2050 100 % saubere Energie wünschten. Ein neuer landesweiter integrierter Ressourcenplanentwurf werde im November vorgelegt.

Kavi Chintam, Kampagnenmanager von Vote Solar für Illinois, wies darauf hin, dass mit dem schrittweisen Auslaufen der bundesstaatlichen Investitionssteuergutschriften einige Projekte des Programms „Solar für alle in Illinois“ nicht mehr realisierbar seien. Die gestiegenen Preise für erneuerbare Energiezertifikate machten den Bundesstaat jedoch widerstandsfähiger als die meisten anderen. Illinois habe einen Mindestfairness-Standard eingeführt, der vorschreibt, dass 14 % der Arbeitskräfte in teilnehmenden Projekten Fairness-Kriterien erfüllen müssen, darunter Absolventen von Berufsbildungsprogrammen, ehemalige Inhaftierte und ehemalige Pflegekinder. Chintam führte als Beispiel eine Kirche in einer von Umweltgerechtigkeit geprägten Gemeinde nahe Carbondale an, die durch das Programm „Solar für alle in Illinois“ Kosten einsparen und so ihr kostenloses Sonntagsfrühstück aufrechterhalten könne.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das auf MINT-Fächern basierende Forschungsstipendienprogramm für erneuerbare Energien, das vom City Colleges of Chicago in Zusammenarbeit mit Nexamp ins Leben gerufen wurde. Die Studierenden des Programms sind nebenberuflich bezahlte Angestellte und übernehmen praktische Aufgaben in den Bereichen Projektmanagement und Netzintegration. Das Programm startete mit etwa 20 Studierenden und soll bis Jahresende 80 erreichen. Juan Salgado, Präsident des City Colleges of Chicago, plant, das bezahlte Ausbildungsprogramm innerhalb von fünf Jahren auf 500 Personen pro Jahr auszuweiten.

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