Chinesischer Hersteller BYD verschiebt Entwicklung eigener KI-Chips und setzt weiter auf Horizon-Lösungen
2026-06-30 10:13
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de.wedoany.com-Bericht: BYD setzt beim neuesten Testmodell des Seal weiterhin auf die Super Drive 2.0-Plattform von Horizon Robotics. Dies zeigt, dass das Unternehmen bei fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen vorerst weiterhin auf externe Zulieferer setzt, anstatt voreilig auf selbst entwickelte KI-Chips umzusteigen. BYD-Vorstandsvorsitzender Wang Chuanfu und Horizon-Robotics-CEO Yu Kai bewerteten gemeinsam die Leistung des Systems, was darauf hindeutet, dass die Systementwicklung bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.

BYD Seal wird mit dem Fahrerassistenzsystem von Horizon Robotics getestet

Ingenieure optimieren derzeit die Kommunikation zwischen den Fahrzeugkameras und der zentralen Recheneinheit, um aus der bestehenden Architektur eine bessere Leistung herauszuholen, bevor die nächste Hardware-Generation eintrifft. BYD hatte zuvor bereits den selbst entwickelten KI-Prozessor Xuanji A3 vorgestellt, der in 4-nm-Technologie gefertigt wird und eine Rechenleistung von 700 TOPS bietet. Dieser ersetzt jedoch nicht sofort die Lösungen von Drittanbietern.

Branchenberichten zufolge soll die Serienproduktion des selbst entwickelten Chips von BYD im Jahr 2027 beginnen und zunächst in den Premium-Modellen der Marke Denza zum Einsatz kommen. Bis dahin werden Horizon Robotics und andere Chip-Lieferanten weiterhin die Modelle mit hohen Stückzahlen von BYD unterstützen. Der Einsatz ausgereifter Prozessoren von Drittanbietern kann die Herstellungskosten pro Fahrzeug um 1.500 bis 4.000 Yuan senken – ein Kostenvorteil, der sich bei der Massenproduktion schnell summiert. Gleichzeitig hat Horizon bereits Millionen von Prozessoren an BYD geliefert und verfügt über eine etablierte Lieferketten-Basis.

Der Markt für KI-Chips im Automobilbereich ist hart umkämpft: NVIDIA behauptet seine Marktführerschaft, während Horizon Robotics seinen Anteil ausbaut. Die autonome Fahrtechnologie des Konkurrenten Tesla steht derweil unter regulatorischer Prüfung und wird mit Unfalluntersuchungen konfrontiert. Der pragmatische Ansatz von BYD trägt dazu bei, die Stabilität und Zuverlässigkeit der Produkte zu erhalten und gleichzeitig Zeit für die Reifung der selbst entwickelten Chips zu gewinnen.

Durch die Nutzung vorhandener Technologien senkt BYD die Kosten. Die freiwerdenden Mittel können für andere technologische Entwicklungen oder Preiskämpfe eingesetzt werden. Dieser Schritt sendet zudem ein Signal an die Branche: Der Übergang zu eigener Technologie muss nicht überstürzt erfolgen; ein schrittweiser Ansatz in Kombination mit externer Zusammenarbeit kann ebenso effektiv sein. Die Tests des BYD Seal belegen, dass das Unternehmen derzeit Produktleistung und -qualität priorisiert, anstatt vollständig auf technologische Eigenständigkeit zu setzen.

Maschine, Rad, Transportmittel

Die Entscheidung von BYD, die Entwicklung eigener KI-Chips zu verschieben und weiterhin auf die Robotik-Technologie von Horizon zu setzen, spiegelt eine ausgereifte Geschäftsstrategie wider. Das Unternehmen verfällt nicht in den Eifer, sofort eigene Technologien einzusetzen, sondern konzentriert sich auf die aktuell beste Wahl für Produkt und Verbraucher. Diese Strategie ermöglicht es BYD, sowohl kurz- als auch langfristig wettbewerbsfähig auf dem globalen Markt für Elektrofahrzeuge zu bleiben und sich gleichzeitig auf das technologische Upgrade durch den Xuanji-A3-Chip im Jahr 2027 vorzubereiten. BYDs Vorgehen dient auch anderen Automobilherstellern als Referenz: Im Technologiewettlauf kommt es nicht auf die Geschwindigkeit an, sondern auf die richtige Entscheidung, wann man springt und wann man wartet.

 

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