Norwegen startet erste Tiefseekartierung mit dem 6000-Meter-AUV Hugin Superior
2026-06-30 11:05
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de.wedoany.com-Bericht: Norwegen hat die erste Expedition des autonomen Unterwasserfahrzeugs Hugin Superior gestartet, das bis in eine Tiefe von fast 6000 Metern tauchen kann, um die Tiefseegebiete vor der norwegischen Küste zu kartieren. Das AUV wurde 2025 von der Norwegischen Seebehörde (NOD) erworben und hat seine erste Fahrt im nördlichen Norwegischen Meer begonnen. Es wird vom Norwegischen Meeresdatenzentrum (NORMAR) der Universität Bergen betrieben, das für die Erfassung detaillierter Daten über den Meeresboden und die geologische Struktur zuständig ist.

Hugin Superior

Die NOD erklärte, dass das Hauptziel dieser Mission darin besteht, detaillierte Informationen über den Meeresboden zu gewinnen, um das wissenschaftliche Verständnis und die verantwortungsvolle Bewirtschaftung der norwegischen Tiefseegebiete zu verbessern. Hilde Braut, stellvertretende Direktorin für neue Industrien der NOD, wies darauf hin, dass der Besitz eigener Kartierungsressourcen ein wichtiger Fortschritt für das Land sei. Diese Erkundung stärke sowohl die Wissensbasis als auch die operative Autonomie in extremen Umgebungen.

Der Hugin Superior ist für Tiefen von bis zu 6000 Metern ausgelegt und mit einem fortschrittlichen Sensorsystem für die Tiefseeforschung ausgestattet, darunter hochauflösende Sonare, Kameras und Laser-Profiler, die detaillierte Unterwassergeländebilder und präzise Profile erstellen können. Das AUV kann auch Methan, Kohlendioxid, Sauerstoff und andere Substanzen nachweisen und erweitert so die Bandbreite der während der Mission gesammelten wissenschaftlichen Daten.

Die autonome Navigation wird durch Technologien wie Geländenavigation und Rohrverfolgung unterstützt, die eine hochpräzise Steuerung in tiefem Wasser gewährleisten. Das MicroNavigation-System bietet eine Echtzeit-Positionsgenauigkeit von besser als 0,04 % der zurückgelegten Strecke, ein für wissenschaftliche und kartografische Aufgaben in komplexen Umgebungen entscheidendes Präzisionsniveau. Der Hugin Superior kann etwa 4,5 Quadratkilometer pro Stunde kartieren und erzeugt detaillierte Meeresbodenbilder und hochauflösende Bathymetriekarten.

Das Fahrzeug kann über längere Zeiträume getaucht bleiben und schnell für die nächste Mission vorbereitet werden, sodass das Begleitschiff während des autonomen Betriebs des AUV andere Aufgaben ausführen kann. Die norwegischen Behörden erhoffen sich durch die Gewinnung hochwertiger Daten ein tieferes Verständnis der Tiefseegebiete und eine bessere Entscheidungsgrundlage für die Zukunft dieser empfindlichen Ökosysteme.

Die norwegische Meeresbodenkartierung reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als man mit beschwerten Seilen die Tiefe maß. Heute nutzen Forscher Fächerecholote (Multibeam-Echolote), um detaillierte Karten des Meeresbodens zu erstellen, aber AUVs können näher am Meeresboden operieren und Daten mit deutlich höherer Auflösung liefern.

Norwegen war bisher für derartige anspruchsvolle Untersuchungen auf private Unternehmen angewiesen, doch die Beschaffung des Hugin Superior, die vom Energieministerium finanziert wurde, stärkt die nationale Fähigkeit zur Erhebung wissenschaftlicher Daten.

Das AUV wurde Anfang Juni in Bergen offiziell getauft. An der Zeremonie nahmen Vertreter der NOD, des Energieministeriums, des Meeresforschungsinstituts (Instituto de Investigação Marinha) und der Kongsberg-Gruppe teil. Die vom Hugin Superior verwendete Sonartechnologie kann Strukturen und Objekte mit hoher Präzision kartieren; ihr Funktionsprinzip ähnelt dem von Fledermäusen, die sich durch Schallwellen orientieren.

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