de.wedoany.com-Bericht: Etwa 30 Stadler FLIRT-Triebzüge der ungarischen Staatsbahn (MÁV) wurden aufgrund extremer Hitze außer Betrieb genommen. Diese Züge gehören zu den modernsten und klimatisierten Fahrzeugen der MÁV-Flotte und sind für den Betrieb bei Außentemperaturen von bis zu 35 Grad Celsius ausgelegt. In Ungarn wurden jedoch in den letzten Tagen Temperaturen von über 40 Grad Celsius gemessen.

Die Hitzewelle hat zu Unterbrechungen auf mehreren ungarischen Bahnstrecken geführt. Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy erklärte, dass sich die Situation minütlich ändere und MÁV sich bemühe, die vorübergehend außer Betrieb genommenen Züge zu ersetzen. Vitézy wies darauf hin, dass die Stadler FLIRT-Züge vom Schweizer Unternehmen Stadler hergestellt werden und zu den am weitesten verbreiteten Schienenfahrzeugen in Europa in den letzten 20 Jahren gehören. Selbst moderne Züge könnten jedoch die derzeitige extreme Hitze nicht verkraften.
Laut dem Beamten liegt einer der Gründe in den technischen Anforderungen zum Zeitpunkt der Beschaffung. Als diese Züge vor 10 bis 20 Jahren gekauft wurden, wurde von den Herstellern verlangt, dass die Fahrzeuge bei Außentemperaturen von maximal 35 Grad Celsius betrieben werden können. Solche Temperaturen seien im Sommer jedoch nicht mehr ungewöhnlich. Vitézy sagte: „In weniger als 20 Jahren sind 35 Grad eher ein typischer Sommertag als extremes Wetter. Heute wurden landesweit Temperaturen von bis zu 42 Grad Celsius gemessen.“ MÁV berichtete, dass die Metallstruktur auf den Wagendächern und bestimmte kritische Innenräume bei starker Sonneneinstrahlung Temperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius erreichen.
Die Zugausfälle haben zu Verspätungen und Serviceänderungen auf mehreren Strecken geführt. MÁV versucht, die nicht verfügbaren Züge zu ersetzen, aber die große Anzahl betroffener Triebzüge in kurzer Zeit erschwert das Verkehrsmanagement. Betriebsinformationen werden über die MÁVinform-Plattform aktualisiert.
Vitézy nutzte diesen Vorfall, um auf die Auswirkungen des Klimawandels auf den öffentlichen Verkehr aufmerksam zu machen. Er ist der Ansicht, dass die Auswirkungen des Klimawandels keine ferne Sorge mehr seien, sondern den täglichen Betrieb des Verkehrssystems beeinflussten. Er erklärte, dass im Verkehrsbereich zwei Dinge getan werden müssten: Einerseits müssten mehr Ressourcen in den öffentlichen Verkehr, insbesondere in die Schienenentwicklung, investiert werden, da alle Studien zeigten, dass die Schiene das nachhaltigste Verkehrsmittel sei; kurzfristig müsse der Klimaanpassung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Er wies darauf hin, dass der Fall der ungarischen FLIRT-Züge zeige, dass moderne Schienenfahrzeuge Probleme bekommen könnten, wenn die Temperaturbedingungen die bei der Beschaffung festgelegten technischen Parameter überschreiten. Für Bahnbetreiber gehe es nicht mehr nur um den Fahrgastkomfort, sondern um die Fähigkeit der Züge, während schwerer Hitzewellen sicher zu fahren. Wenn die Außentemperatur die Auslegungswerte überschreite, würden Klimaanlagen, Traktionsausrüstung, Technikräume und Dachkomponenten anfällig.
Vitiézy erklärte, dass das gesamte Verkehrssystem, einschließlich jedes einzelnen Fahrzeugs, angepasst werden müsse, um während extremer Hitzewellen betriebsfähig zu bleiben. Er fügte hinzu, dass Nachhaltigkeit und Klimaanpassung letztendlich zu Schlüsselfaktoren für die Entscheidungen der neuen Regierung geworden seien, was bereits ein wichtiger Schritt sei.









