Chinesische Hafenbestände an Eisenerz auf Rekordhoch – Futures fallen unter 740 Yuan/Tonne
2026-07-05 16:36
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de.wedoany.com-Bericht: In der Woche bis zum 3. Juli 2026 setzten die Eisenerz-Futures ihren Abwärtstrend fort. Der September-Kontrakt an der Dalian Commodity Exchange (DCE) schloss am Freitag bei 734 Yuan/Tonne (etwa 108,28 USD/Tonne), was einem Tagesrückgang von 1,74 % und einem Wochenverlust von 0,67 % entspricht. Der August-Benchmark-Kontrakt an der Singapore Exchange gab ebenfalls nach und schloss bei 97,8 USD/Tonne, ein Minus von 0,46 %. Haupttreiber dieser Abwärtsbewegung war der Anstieg der Eisenerzbestände in chinesischen Häfen auf ein historisches Hoch, was die Sorgen vor einem Überangebot verstärkte.

Branchendaten zufolge beliefen sich die importierten Eisenerzbestände in 45 wichtigen chinesischen Häfen bis zum 26. Juni 2026 auf 167,9394 Millionen Tonnen, ein Anstieg um 2,3657 Millionen Tonnen im Vergleich zur Vorwoche. Die Gesamtbestände in 47 Häfen überstiegen 173,1126 Millionen Tonnen und setzten ihren leichten Aufwärtstrend fort, womit ein historischer Rekord für diesen Zeitraum aufgestellt wurde. Seit Jahresbeginn sind die Bestände in den 45 Häfen aufgrund der anhaltend hohen Verschiffungen aus Übersee-Minen und der begrenzten Inlandsnachfrage von rund 159 Millionen Tonnen zu Jahresbeginn kontinuierlich gestiegen und erreichten Mitte März mit 171 Millionen Tonnen einen historischen Höchststand. Die reichlichen Vorräte haben die Versorgungssorgen der Stahlwerke zwar wirksam gemildert, aber auch den Spielraum für Preiserholungen eingeschränkt.

Eisenerzlagerung

Hinter den hohen Beständen steht ein doppelter Druck auf Angebot und Nachfrage. Auf der Angebotsseite stiegen die neu eingetroffenen Eisenerzmengen in 47 Stichprobenhäfen in der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026 um 1,46 Millionen Tonnen (ein Plus von 5,4 %) auf insgesamt 28,79 Millionen Tonnen. Die Verschiffungen der großen globalen Minen blieben auf hohem Niveau und lieferten weiterhin große Mengen an Spot-Ware in chinesische Häfen. Auf der Nachfrageseite tritt die chinesische Stahlindustrie in die traditionelle saisonbedingte Flaute ein. Heißes und regnerisches Wetter behindert die Baufortschritte, und die Endnachfrage nach Stahl entwickelt sich nur langsam. Laut Mysteel-Daten sind die Eisenerzpreise bereits sieben Wochen in Folge gefallen. Gleichzeitig haben die sinkenden globalen Seefrachtraten die Importkosten weiter gesenkt und zusätzlichen Spielraum für Preisrückgänge geschaffen.

Trotz des allgemeinen Marktdrucks erwarten einige Brancheninstitutionen, dass der heimische Eisenerzmarkt in der kommenden Woche möglicherweise eine Seitwärtsbewegung zeigen wird, wobei die Rückgänge jedoch geringer ausfallen könnten als bei importiertem Erz. Mittel- bis langfristig verfolgt China weiterhin seine Strategie zur Sicherung der mineralischen Rohstoffversorgung, indem es durch die Aufwertung heimischer Erze, die verstärkte Nutzung von Stahlschrott und die Diversifizierung der Importquellen die Abhängigkeit von wenigen großen Abbaugebieten verringert. Diese strukturelle Veränderung wird tiefgreifende Auswirkungen auf die langfristige Preislogik von Eisenerz haben.

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