de.wedoany.com-Bericht: Im Bundesstaat Rio Grande do Sul gilt vom 3. Juli bis 30. September eine verpflichtende Soja-Anbaupause, während der auf den Feldern keine lebenden Sojapflanzen vorhanden sein dürfen.
Diese phytosanitäre Maßnahme dient dazu, den Entwicklungszyklus des Asiatischen Sojabohnenrosts zu unterbrechen. Diese Krankheit gilt als eine der zerstörerischsten für den Sojaanbau und verursacht erhebliche Verluste für brasilianische Landwirte. Während der Anbaupause müssen die Landwirte Durchwuchspflanzen (lokal als „tigueras" oder „guaxas" bezeichnet) von den Anbauflächen entfernen. Diese Pflanzen keimen nach der Ernte spontan und dienen als Wirt für den krankheitsverursachenden Pilz.
Die Kernfunktion der Anbaupause besteht darin, zu verhindern, dass der Pilz Phakopsora pachyrhizi in der Nebensaison einen überlebenden Wirt findet. Mit dem Verschwinden der Wirtspflanze Soja wird die Sporenkonzentration in der Umgebung deutlich reduziert, wodurch der Krankheitsdruck zu Beginn der neuen Anbausaison sinkt. Diese Maßnahme hilft den Landwirten, unter besseren hygienischen Bedingungen mit dem Anbau zu beginnen, Ertragsverluste zu verringern und die Effizienz des Pflanzenschutzes zu steigern. Eine geringere Krankheitsinzidenz kann zudem die Anzahl der Fungizidanwendungen reduzieren und langfristig die Wirksamkeit dieser Produkte erhalten.
Die Einhaltung der Anbaupause erfordert von den Landwirten eine kontinuierliche Überwachung ihrer Felder und die Beseitigung aller Sojapflanzen, die in diesem Zeitraum spontan keimen. Diese Durchwuchspflanzen fungieren als „grüne Brücke" für den Asiatischen Sojabohnenrost und ermöglichen es dem Pilz, bis zur nächsten Saison zu überleben. Die staatliche Landwirtschaftsschutzbehörde führt Kontrollen durch und verhängt Sanktionen gegen Verstöße.
Dieser Anbaupausenkalender ist Teil der vom brasilianischen Landwirtschaftsministerium (Ministério da Agricultura) für das Wirtschaftsjahr 2026/27 festgelegten Regelungen. Die einzelnen Bundesstaaten legen je nach regionalen Klima- und Produktionsbedingungen unterschiedliche Anbaupausen- und Aussaatzeiträume fest.
Der nationale Anbaupausenkalender ist nicht einheitlich. Auch Bundesstaaten wie Mato Grosso do Sul, Bahia und Tocantins ergreifen diese Maßnahme, jedoch variieren die Daten je nach regionalen Gegebenheiten und dem lokalen landwirtschaftlichen Kalender. Die Regionalisierung zielt darauf ab, die Strategie zur Bekämpfung des Asiatischen Sojabohnenrosts effektiver zu gestalten, indem jeder Bundesstaat den optimalen Zeitraum zur Unterbrechung des Pilzzyklus wählen kann, ohne die Anbauplanung der nächsten Saison zu beeinträchtigen.
Nach dem Ende der Anbaupause am 30. September können die Landwirte in Rio Grande do Sul gemäß dem offiziellen, vom Landwirtschaftsministerium festgelegten Kalender mit der Aussaat beginnen und die Sojasaison 2026/27 unter günstigeren phytosanitären Bedingungen starten.










