Spanischer Aluminiumverband fordert EU-Industriestrategie für Aluminiumschrott
2026-07-08 16:32
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de.wedoany.com-Bericht: Der spanische Aluminiumverband (Asociación Española del Aluminio, AEA) fordert die EU auf, eine spezielle Industriestrategie für Aluminiumschrott zu entwickeln und diesen als kritische Ressource und strategisches Asset zu sichern. Der Verband, der über 650 Unternehmen der Branche vertritt, sieht darin einen Vorteil für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit, den Dekarbonisierungsprozess und die strategische Autonomie der EU.

AEA-Präsident Felipe Quintá erklärte, dass Aluminium ein unverzichtbarer Rohstoff in den Bereichen Verkehr, Bauwesen, Verpackung, erneuerbare Energien, Digitaltechnik und Verteidigung sei. Da in Europa nur ein kleiner Teil des Verbrauchs an Primäraluminium produziert werde, gewinne die Verfügbarkeit von Sekundäraluminium zunehmend an Bedeutung, um die Abhängigkeit von externen Quellen zu verringern.

Seit Jahren übersteigen die Exporte von Aluminiumschrott aus Europa die Importe, und das Exportvolumen ist deutlich gestiegen, hauptsächlich in asiatische Länder wie Indien, China, Malaysia, Thailand und Pakistan. Zudem steige durch die neuen US-Zollpolitik das Risiko, dass Schrott in die USA umgeleitet werde.

AEA-Generalsekretär Gonzalo de Olabarria wies darauf hin, dass diese Situation die Rohstoffversorgung europäischer Recycler verknappe, die Schrottpreise innerhalb der EU in die Höhe treibe und die strategische Autonomie Europas im zunehmend komplexen und intensiven globalen Wettbewerb um kritische Materialien schwäche.

Vor diesem Hintergrund schließt sich die AEA der Position von European Aluminium an und fordert die Einführung eines einheitlichen Exportzolls oder einer Gebühr auf sämtliche Aluminiumschrottausfuhren aus der EU.

Quintá und de Olabarria sind der Ansicht, dass ein Exportzoll ein wirksames Instrument zur Korrektur internationaler Marktverzerrungen sei, jedoch nicht das einzige Mittel. Die wahre Lösung liege in der Schaffung eines Ökosystems, das mehr Aluminium innerhalb Europas erfassen, sortieren, recyceln und wiederverwerten könne, um so die Kreislaufwirtschaft und die industrielle Unabhängigkeit der EU zu stärken.

Basierend auf dieser Sichtweise umfasst die von der AEA befürwortete Strategie vier Säulen. Erstens: Verbesserung von Sortierung, Sammlung und Recycling, insbesondere bei minderwertigem Schrott. Schätzungen zufolge handelt es sich bei etwa 80 % des exportierten Schrottes um minderwertige Post-Consumer-Materialien, für die bereits Recyclingtechnologien existieren. Zweitens: Durch geeignete Handelsinstrumente mehr Schrott in Europa halten; der Aluminiummangel betrifft vor allem bestimmte hochwertige Schrotte, die in der europäischen Industrie effizient wiederverwendet werden können und einen sehr geringen CO₂-Fußabdruck aufweisen. Drittens: Vereinfachung der Vorschriften und Harmonisierung nationaler Standards und Anforderungen; die derzeitigen Abfall- und Recyclingvorschriften seien zu komplex, erhöhten die Verwaltungslast und behinderten neue Investitionen. Viertens: Förderung von Investitionen und technologischen Innovationen zur Steigerung der europäischen Recyclingkapazitäten und zur Produktion von hochwertigem Sekundäraluminium.

Die AEA fasst zusammen, dass Europa im globalen Wettbewerb um strategische Rohstoffe nicht weiterhin wichtige Ressourcen wie Aluminiumschrott verlieren dürfe. Die Sicherung seiner Verfügbarkeit und der Ausbau der Recyclingkapazitäten seien Schlüsselelemente für eine widerstandsfähigere und nachhaltigere Wirtschaft und Industrie.

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