de.wedoany.com-Bericht: Die UCC Holding errichtet im Auftrag der katarischen Behörde für öffentliche Bauten (Ashghal) eine Reihe von Schulgebäuden im 3D-Druckverfahren. Bislang wurden 19.500 Quadratmeter an 3D-gedruckter Gebäudefläche fertiggestellt, die Gesamtmenge der gedruckten Betonwände übersteigt 28.000 Quadratmeter und umfasst sowohl Innenwände als auch Außenhüllen. Vor der letzten Druckphase muss der Drucker noch einmal versetzt werden; dies ist für nächste Woche geplant.

Kern des Projekts sind zwei maßgefertigte BODXL-Drucker, die von der dänischen Firma COBOD International gemäß einem im September 2024 unterzeichneten Vertrag geliefert wurden. Jedes Gerät ist 50 Meter lang, 30 Meter breit und 15 Meter hoch und zählt zu den größten je gebauten 3D-Betondruckern. Die UCC Holding installierte die Anlagen Mitte 2025 vor Ort in Doha, nachdem zuvor über 100 vollumfängliche Testdrucke mit dem kleineren Modell BOD2 durchgeführt worden waren, um die Betonrezeptur zu entwickeln und die Leistungsfähigkeit unter den lokalen Bedingungen zu validieren.

Das Versetzen der Drucker auf der Baustelle ist keine einfache Neupositionierung. Bislang wurden 14 Umzüge durchgeführt, bei denen jeweils die beiden BODXL-Einheiten samt zugehöriger Materialfördersysteme demontiert und bewegt, die elektrischen Systeme neu installiert und angeschlossen sowie die Aufbereitungsanlage, Zementsilos und Rohmateriallogistik am neuen Standort wieder aufgebaut werden mussten. Vor der Wiederaufnahme des Druckbetriebs müssen zudem die Reinigungs- und Pumpbereiche neu errichtet sowie die Geräte neu kalibriert und getestet werden. Die UCC Holding bezeichnet diesen Vorgang als 15 separate Wiederaufbauten der Druckeinrichtung – jedes Mal, wenn die Bauarbeiten in einen neuen Bereich der Baustelle vorrücken, werden die Maschinen, das Materialhandhabungssystem und die zugehörige Infrastruktur vollständig demontiert, transportiert und neu in Betrieb genommen.

Im Mai 2025 absolvierte das Team gemeinsam mit den Ingenieuren von COBOD eine intensive Schulung zu den Themen Druckerbedienung, Druckreihenfolge, Strategien zur Schichtstrukturierung und Echtzeit-Qualitätskontrolle. Dies markiert einen bedeutenden Fortschritt für Katar bei der Entwicklung lokaler Kompetenzen im Bereich fortschrittlicher Bautechnologien und festigt die Position des Landes als regionales Zentrum für Innovation und Ingenieurwesen weiter.
Im Vergleich zu konventionellen Baumethoden bietet der 3D-Druck zahlreiche ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile. Er reduziert den Rohstoffabfall erheblich, senkt den Betonverbrauch und verringert die CO₂-Emissionen; der Druck vor Ort minimiert zudem den Transportbedarf, reduziert Lieferkettenrisiken und beschleunigt die Projektabwicklung. Da die Arbeiten zur Vermeidung hoher Temperaturen nachts stattfinden, gewährleistet das Verfahren eine bessere Betonqualität bei gleichzeitiger Reduzierung von Staub und Lärm.
Das Design der Schulen ist von der natürlichen Wüstenlandschaft Katars inspiriert und weist geschwungene, fließende Wände auf, die an Sanddünen erinnern. Diese organische, parametrische Formgebung wird durch die geometrische Freiheit des 3D-Drucks ermöglicht, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer oder zu hohen Kosten realisierbar wäre.
Die bisher ausgeführten Arbeiten stellen die größte je realisierte 3D-gedruckte Gebäudeeinheit und den größten 3D-Betondruckauftrag dar. Das Unternehmen plant, nach Abschluss der finalen Druckarbeiten einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde zu beantragen.










