de.wedoany.com-Bericht: Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat die EU öffentlich aufgefordert, ihre seit Jahren bestehende Aussetzung von Öl- und Gasbohrungen in der Arktis zu überdenken. Dieser Schritt stellt eine direkte Herausforderung der bisherigen Haltung der Gemeinschaft dar, die die Erschließung neuer fossiler Brennstoffe in der Arktis ablehnt.

Birol sagte am Donnerstagabend nach einem Gespräch mit dem norwegischen Finanzminister Jens Stoltenberg in Brüssel gegenüber Medien: „Die Kommission überprüft diese Frage sehr sorgfältig, und ich unterstütze dies, denn es geht um die Energiesicherheit Europas. Die Welt braucht jeden Tropfen Öl aus Norwegen.“
Obwohl Norwegen kein EU-Mitgliedstaat ist, drängt das Land die Gemeinschaft, das Verbot neuer Öl- und Gasbohrungen in der Arktis in einer für dieses Jahr erwarteten Politikaktualisierung aufzuheben. Dieses ursprünglich 2021 von der EU verhängte Verbot untersagt neue Bohrungen in der Arktis.
Die Folgen des Iran-Konflikts liefern Argumente für die Energieunabhängigkeit Europas, doch Kritiker weisen darauf hin, dass eine Lockerung der Arktis-Bohrregeln kurzfristig keine praktischen Probleme lösen, sondern lediglich das ohnehin fragile Ökosystem weiter gefährden würde. Diese Woche haben auch sechs institutionelle Investoren gemeinsam die EU aufgefordert, an ihrem Verbot festzuhalten, und erklärt, die Mitgliedstaaten sollten sich weiterhin der grünen Wende verpflichten.
Stoltenberg und Birol traten gemeinsam auf und bekräftigten die norwegische Forderung an die EU, das Verbot aufzuheben. Er sagte: „Wir müssen Umweltaspekte berücksichtigen, aber die Ansicht, dass in der Arktis keine Erdöl- und Erdgas-Exploration stattfinden sollte, ist für Norwegen nicht nachvollziehbar.“






