de.wedoany.com-Bericht: Trinidad und Tobago wird Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von bis zu 800 MW errichten. Die Regierung unterzeichnete am Freitag Absichtserklärungen (MoUs) mit EY und Hummingbird AI Holdings.

Laut dem staatlichen Medium TTT unterzeichnete Premierministerin Kamla Persad-Bissessar am Freitag diese Vereinbarungen, darunter Vorschläge der US-amerikanischen Unternehmen EY und Hummingbird AI Holdings zum Bau von Rechenzentren in dem Karibikstaat – die ersten ihrer Art im Land.
Bezüglich des MoU mit EY wird EY mit einem Drittentwickler zusammenarbeiten, um ein 300-MW-Rechenzentrum zu errichten und einen Kooperationsrahmen für großflächige Rechenzentren sowie die dazugehörige Infrastruktur zu schaffen.
Das zweite MoU mit Hummingbird AI Holdings enthält einen Vorschlag zum Bau eines 150-MW-KI-Rechenzentrums mit zugehöriger Infrastruktur, dessen Kapazität langfristig auf 500 MW steigen soll. Der Zeitplan des MoU scheint eng gesteckt zu sein, mit einem vorgeschlagenen vorläufigen Termin für den kommerziellen Betriebsstart im ersten Quartal 2028.
Die Regierung erklärte, dass diese Projekte zusammen mit der geplanten Sanierung des Stahlwerks in Point Lisas in den kommenden Jahren voraussichtlich Investitionen in Höhe von insgesamt 5 Milliarden US-Dollar anziehen und über 5.000 Arbeitsplätze schaffen werden.
Nach der Unterzeichnung der MoUs rückte die Wasserversorgung in den Fokus. Aufgrund alternder Infrastruktur und reduzierter Wasserlieferungen durch die Wasser- und Abwasserbehörde (WASA) während längerer Dürreperioden kommt es in Trinidad und Tobago häufig zu Unterbrechungen der Wasserversorgung. Laut Berichten des Trinidad and Tobago Guardian erklärte der Minister für öffentliche Versorgungsbetriebe, Barry Padarath, nach der Unterzeichnung der MoUs, dass diese Rechenzentren keine negativen Auswirkungen auf die Wassersicherheit des Landes haben würden.
Der Minister gab an, dass Debe als spezielle Wirtschaftszone für diese digitale Infrastruktur in Betracht gezogen werde und künstliche Teiche zur Wasserversorgung der Rechenzentren angelegt würden. Letztlich sei der Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen erforderlich, um die Wassersicherheit sowohl für die Rechenzentren als auch für Haushalte und Gewerbebetriebe zu gewährleisten. Der Minister erläuterte: „Wir werden ein Hybridsystem einsetzen, das zunächst die künstlichen Teiche nutzt. Sollte dann zusätzlicher Wasserbedarf bestehen, werden die Entsalzungsanlagen in Betrieb genommen. Der Wasserbedarf dieser Rechenzentren wird die Dienstleistungen von WASA für Geschäfts- und Privatkunden in keiner Weise beeinträchtigen.“
Im Bereich der Stromversorgung wird erwartet, dass sich der Solarmarkt in Trinidad und Tobago rasch ausweitet. Laut einer Übersicht von Research and Markets betrug die installierte Solarkapazität des Landes im Jahr 2024 8,37 MW und soll bis 2029 auf 336,24 MW anwachsen. Dies könnte ein Faktor sein, der Rechenzentrumsbetreiber anzieht, die nach kohlenstoffarmen Märkten suchen.
Trotz dieser positiven Aspekte stellt sich angesichts der geplanten Fertigstellung der ersten Anlage im Jahr 2028 nicht mehr die Frage, ob Trinidad und Tobago ein Rechenzentrums-Hub werden möchte, sondern ob seine Wasser- und Strominfrastruktur schnell genug aufgebaut werden kann, um den Markt zu stützen.










