de.wedoany.com-Bericht: Die Britische Geologische Gesellschaft (British Geological Society, BGS) hat eine aktualisierte Version des Modells der Mächtigkeit von Lockersedimenten (Superficial Deposit Thickness Model, SDTM) veröffentlicht, um die Dicke der Deckschicht über dem Grundgestein genauer zu bestimmen. Das Modell enthält erstmals ein Höhenmodell der darunterliegenden Gesteinsoberfläche – des sogenannten geologischen Felskopfes – und liefert Bauingenieuren damit entscheidende Daten.
In einer Erklärung teilte die BGS mit, dass das SDTM die simulierte Mächtigkeitsvariation von lockeren und unverfestigten Sedimenten über dem Grundgestein darstellt. Diese Sedimente umfassen Ablagerungen fluviatilen, glazialen, marinen oder anthropogenen Ursprungs und entstanden meist im Quartär (den letzten 2,6 Millionen Jahren bis heute). Die Gesellschaft erläuterte, dass die Übergangszone zwischen Lockermaterial und Grundgestein für Geologen, Bauingenieure, Hydrogeologen und Umweltwissenschaftler ein wichtiger Bereich sei, da hier die meisten physikalischen und chemischen Eigenschaften der Sedimente signifikante Veränderungen erfahren. Eigenschaften wie Festigkeit, Lithologie, Leitfähigkeit, Porosität und Permeabilität könnten durch diese Übergangszone stark beeinflusst werden, weshalb die Kenntnis ihrer Tiefe von entscheidender Bedeutung sei. Die BGS wies darauf hin, dass die Verteilung der Lockersedimente nicht gleichmäßig sei; sie könne dünne Schichten bilden, große unregelmäßige Körper oder ganze Täler ausfüllen.
Die neueste Version des SDTM, die erste Veröffentlichung seit über 15 Jahren, enthält erstmals ein Rastermodell der Felskopfhöhe und liefert damit wichtige Daten für verschiedene Bereiche. Das Modell ist die achte Iteration, die für einen Maßstab von 1:100.000 vorgesehen ist und eine durchschnittliche vertikale Genauigkeit von ±5 Metern Höhe aufweist. Die BGS gab an, dass das Modell für nationale, regionale und städtische Maßstäbe geeignet sei, nicht jedoch für den Standortmaßstab; auf Standortebene sollten spezifische Geländeuntersuchungen durchgeführt werden, um die genaue Mächtigkeit der Lockerschichten und die Felskopfhöhe zu bestimmen.
Rob Shaw, Geodatenanalyst der BGS und Entwickler des SDTM, erklärte, dass diese Datenveröffentlichung einen bedeutenden Fortschritt für das BGS SDTM darstelle und die erste Aktualisierung seit 2010 sei. Shaw wies darauf hin, dass sie verbesserte Auswahlkriterien für Bohrungen implementiert hätten, die es dem Modell ermöglichten, von den neuesten Interpretationen der von der BGS gehaltenen Bohrungsaufzeichnungen zu profitieren, während gleichzeitig Bohrungen mit geringer Konfidenz, ungeeignete und widersprüchliche Bohrungen aus früheren Versionen identifiziert und ausgeschlossen wurden. Daher gelte die Bohrungsauswahl, die dem SDTM V8 zugrunde liegt, als robuster, was zu einem Modell mit höherer Konfidenz führe.









