KI-Inferenzbedarf treibt CPU-Markt bis 2030 auf über 220 Milliarden US-Dollar
2026-07-21 15:29
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de.wedoany.com-Bericht: Die durch den weltweiten KI-Boom ausgelöste Nachfrage nach Rechenleistung in Rechenzentren treibt den Markt für Zentraleinheiten (CPUs) in eine neue Phase rasanten Wachstums. Bis 2030 wird das Marktvolumen voraussichtlich 220 Milliarden US-Dollar übersteigen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von über 40 %. Dieser Trend lockt Unternehmen wie Nvidia, Qualcomm, Amazon, Google sowie mehrere chinesische Chip-Hersteller an. Der lange Zeit von Intel und AMD dominierte CPU-Markt steht vor einer Neugestaltung.

CPUs, das Herzstück von Computern und Servern, galten einst als ausgereiftes Geschäft mit begrenztem Wachstum. In der Anfangsphase der KI-Berechnung übernahmen Grafikprozessoren (GPUs) die Schlüsselrolle beim Modelltraining, während CPUs an den Rand gedrängt wurden. Mit dem Aufkommen neuer Arbeitslasten wie KI-Inferenz und KI-Agenten hat sich das Verhältnis von CPUs zu GPUs laut Branchenmanagern von anfänglich 1:8 auf etwa 1:4 verringert und könnte sich in Zukunft weiter auf 1:2 oder sogar 1:1 verengen.

Vivek Arya, Analyst bei der Bank of America, betont, dass KI-Agentensysteme Aufgaben wie Planung, Informationsabruf und Codeausführung bewältigen müssen. Diese Workflow-Orchestrierung erfordert sequenzielle Ausführung und niedrige Latenz, was CPUs besser bewältigen können. Bernstein Research schätzt, dass der CPU-Markt für Rechenzentren von 37 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 223 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 anwachsen wird. Die Bank of America prognostiziert, dass der Markt bis 2030 über 170 Milliarden US-Dollar erreichen wird – fast das Fünffache des aktuellen Niveaus, mit einem jährlichen Wachstum von 37 %.

Die sprunghaft gestiegene Nachfrage führt zu einer Verknappung des CPU-Angebots und lockt neue Chip-Hersteller auf den Markt. Tony Pialis, Leiter des neuen Rechenzentrumsgeschäfts von Qualcomm, erklärte, dass CPUs bereits ausverkauft seien. Nvidia beginnt, seine Vera-CPU als eigenständiges Produkt anzubieten. CEO Jensen Huang erwartet, dass allein das CPU-Geschäft dem Unternehmen in diesem Jahr einen Jahresumsatz von bis zu 200 Milliarden US-Dollar einbringen könnte. Intel-CEO Lip-Bu Tan gab auf der Computex an, mehrere Anfragen zur Erhöhung der CPU-Lieferungen erhalten zu haben. Das Unternehmen hält weiterhin einen Marktanteil von über 50 % bei CPUs für Rechenzentren. AMD-CEO Lisa Su prognostiziert, dass der CPU-Markt in den nächsten fünf Jahren um mindestens 35 % wachsen wird, weit über der bisherigen Wachstumsrate von 3–4 %.

Arm, eine Tochtergesellschaft von SoftBank, zielt ebenfalls auf die Wiederbelebung des CPU-Marktes ab. Das Unternehmen brachte in diesem Jahr seinen ersten physischen Chip für Server in Rechenzentren auf den Markt und plant, bis 2030 einen Jahresumsatz von 15 Milliarden US-Dollar zu erzielen. Cloud-Giganten wie Google, Amazon und Microsoft entwickeln für ihre Rechenzentren benutzerdefinierte CPUs auf Basis der Arm-Architektur. Arm gab bekannt, dass seine Technologie mittlerweile über 50 % der CPUs in den weltweit führenden Hyperscale-Rechenzentren antreibt.

Der zunehmende Wettbewerb verändert die CPU-Marktlandschaft. Intel und AMD dominieren seit langem mit x86-Prozessoren das Hochleistungsrechnen, während Herausforderer wie Nvidia, Google und Amazon auf Chips mit Arm-Architektur setzen, die Vorteile bei der Energieeffizienz bieten. Brady Wang, stellvertretender Direktor von Counterpoint Research, erklärte, dass Arm-basierte CPUs bei der Energieeffizienz überlegen seien, während die x86-Architektur besser für komplexe Aufgaben geeignet sei. TechInsights-Analyst James Sanders ist der Ansicht, dass der relative Anteil von x86 zwar jährlich sinken werde – teilweise aufgrund der zunehmenden Verwendung von Arm-basierten kundenspezifischen Chips –, der Gesamtmarkt jedoch stark wachse und für alle Platz sei.

In China beschleunigen heimische CPU-Entwickler ihr Wachstum. Hygon Information Technology verwendet die x86-Architektur und gewinnt durch die beschleunigte Beschaffung heimischer Produkte durch Cloud-Dienstleister Marktanteile im Inland. David Dai, Analyst bei Bernstein Research, erwartet, dass der Marktanteil des Unternehmens bei Server-CPUs in China von etwa 20 % in diesem Jahr auf rund 35 % im Jahr 2028 steigen wird, ausländische Anbieter jedoch weiterhin den Großteil des Marktes halten werden. Shanghai Zhaoxin Semiconductor bereitet sich auf einen Börsengang an der STAR-Market vor. Loongson expandiert ebenfalls, bleibt aber trotz stabilen Umsatzwachstums in der Verlustzone. Huawei entwickelt seine Kunpeng-Server-CPU weiter.

Im PC-Markt wagt MediaTek seinen ersten Vorstoß in das Design von Laptop-CPUs und arbeitet mit Nvidia an der Entwicklung des RTX Spark Superchips, der eine kundenspezifische CPU und eine Blackwell-GPU integriert. MediaTek-CEO Rick Tsai erklärte, das Produkt sei für das Zeitalter der KI-Agenten geeignet. Branchenmanager sind der Ansicht, dass Nvidias CPU aufgrund seiner dominanten Stellung in der KI-Infrastruktur Druck auf Intel und AMD ausüben werde, der Wettbewerb jedoch gerade erst begonnen habe.

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