Airbus treibt Tests für Triebwerke und Tragflächen der nächsten Single-Aisle-Flugzeuge voran
2026-07-25 10:54
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de.wedoany.com-Bericht: Obwohl Michael O'Leary, CEO von Ryanair, Europas größter Billigfluggesellschaft, der Meinung ist, dass bis Ende der 2040er Jahre kein neues Flugzeugprojekt benötigt wird, hat Airbus auf der Farnborough Airshow seine detaillierten Pläne für die nächste Generation von Single-Aisle-Flugzeugen dargelegt. Airbus bekräftigte, dass der Nachfolger der A320neo-Serie um 2030 herum auf den Markt kommen soll, was eine Gelegenheit für das Unternehmen sei, sein Geschäftsmodell neu auszurichten.

Open-Fan-Triebwerk auf einem Airbus A380

Karim Mokaddem, Senior Vice President für zukünftige Flugzeugforschung und -technologie bei Airbus, erklärte, dass der Kern des nächsten Flugzeugs darin liege, eine Systemplattform zu schaffen, die widerstandsfähig genug sei, um technologische Entwicklungen zu tragen. Bruno Fichefeux, Leiter des Zukunftsprojekts, wies darauf hin, dass Airbus derzeit über eine seltene Vorbereitungszeit verfüge, um die Werkzeuge zu schärfen und die Grundlage für den offiziellen Start zu legen. Der offizielle Start des Modells ist vorläufig für 2030 geplant, hängt jedoch vom Erreichen wichtiger Entscheidungen ab.

Die Triebwerkswahl ist eine der großen Entscheidungen. Airbus arbeitet mit CFM International zusammen, um die revolutionäre innovative nachhaltige Triebwerksarchitektur (RISE) mit offenem Rotor (Open Fan) zu bewerten. Beide Seiten haben vereinbart, eine frühe Version des Triebwerks auf einem A380 zu testen, der Testflugtermin wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. Brancheninsider schätzen, dass die Entscheidung für oder gegen die Open-Fan-Architektur um 2028 herum getroffen werden muss, wenn Airbus den aktuellen Zeitplan einhält. Fichefeux betonte, dass der Testflug auch zur Validierung anderer Alternativen dienen werde.

Im Bereich der Rumpfstruktur plant Airbus, im Rahmen des Forschungsprogramms „Wing of Tomorrow" zukünftige lange, schmale Verbundwerkstoff-Tragflächen zu testen. Das Unternehmen plant, vor 2029 an einer A321neo eine experimentelle Verlängerung mit hohem Seitenverhältnis zu testen. Diese mehrere Meter lange Verlängerung wird den vollständig ausgefahrenen Zustand der Faltflügel nachbilden, um zu bewerten, wie sich eine größere Spannweite auf die Flugzeugsteuerung auswirkt. Sue Partridge, Leiterin des Projekts „Wing of Tomorrow", erklärte, dass die Tragfläche einer der größten Hebel zur Steigerung der Flugeffizienz sei.

Florent Massou dit Labaquère, Executive Vice President für Produktion bei Airbus, sagte, dass das neue Projekt nicht nur das Produkt selbst betreffe, sondern auch einen großen Schritt im Produktionssystem erfordere, um die Effizienz zu steigern und einen stabilen Kapazitätsausbau zu gewährleisten. Airbus strebe eine verstärkte Automatisierung, den Einsatz digitaler Werkzeuge und die Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz an, um Flugzeuge auf andere Weise zu montieren.

Auf der Lieferkettenebene bewertet Airbus im Rahmen des Next Generation Single Aisle (NGSA) eAction-Projekts und des Programms „Future Supplier Engagement" (FUSE) die technologische Reife von Systemen und die Fähigkeit der Zulieferer, eine monatliche Produktion von 75 bis 100 Flugzeugen zu unterstützen. Branchenkreise aus dem Zulieferbereich berichten, dass die technische Tiefe der Zusammenarbeit von Airbus mit den Zulieferern bei diesem Projekt bereits das Niveau von Boeing bei dessen neuem Single-Aisle-Projekt übersteige.

Im Gegensatz zu Airbus' Vorantreiben hat Kelly Ortberg, CEO von Boeing, erklärt, dass der Zeitplan für die nächste Generation von Schmalrumpfflugzeugen nach rechts verschoben werde, was darauf hindeutet, dass der Markteinführungstermin weit im nächsten Jahrzehnt liegen könnte. Larry Culp, CEO von GE Aerospace, sagte, niemand wisse genau, wie sich die Branche entwickeln werde, aber das Unternehmen sei vorbereitet; sein Open-Fan sei eine zukunftsweisende Architektur.

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