de.wedoany.com-Bericht: Die vom spanischen Biotechnologieunternehmen Bioo entwickelte Technologie Bioo Lumina ermöglicht es Pflanzen, nachts eigenständig zu leuchten – ganz ohne Stromversorgung oder gentechnische Veränderung. Tagsüber unterscheiden sich diese Pflanzen nicht von gewöhnlichen Pflanzen, doch nach Einbruch der Dunkelheit geben sie ein sanftes Licht ab. Die Technologie wurde von einem Team unter der Leitung des sevillanischen Unternehmers Pablo Vidarte über einen Zeitraum von zehn Jahren entwickelt. Ziel ist es, ein Beleuchtungssystem zu schaffen, das nicht auf elektrische Infrastruktur angewiesen ist und den natürlichen Wachstumsrhythmus der Pflanzen respektiert.

Pablo Vidarte, Gründer und CEO von Bioo, erklärt, dass das erste Produkt des Unternehmens ein Bioreaktor war, der Strom aus dem Boden erzeugt und damit Beleuchtungspunkte versorgt. Auf dieser Grundlage trieb das Team die Forschungs- und Entwicklungsidee weiter voran, um Pflanzen selbst leuchten zu lassen, anstatt sich auf künstliche Beleuchtungssysteme zu verlassen – und dabei zugleich die Wachstumsbedürfnisse der Pflanzen zu berücksichtigen.
Der Wirkmechanismus von Lumina besteht darin, eine biokompatible Verbindung auf die Blattoberfläche aufzutragen. Die Pflanze nimmt diese Substanz innerhalb von etwa 24 Stunden natürlich auf und kann anschließend einen Teil der tagsüber eingefangenen Sonnenenergie speichern und nachts in Form von sichtbarem Licht freisetzen. Dieser Prozess stört weder die Photosynthese noch verändert er das Pflanzengenom. Die Verbindung besitzt zudem Düngereigenschaften und trägt zur Erhaltung der Pflanzengesundheit bei.
Da keine Verkabelung und keine elektrische Infrastruktur erforderlich sind, bietet Lumina neue Beleuchtungslösungen für Wege, Gärten, Eingänge und nächtlich genutzte Räume. Bioo schätzt, dass die Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungssystemen eine Energieeinsparung von bis zu 90 % und eine Reduzierung der Lichtverschmutzung von bis zu 95 % ermöglicht.
Derzeit wird Lumina in Parks, Wohnanlagen, Golfplätzen, Resorts und Bürogebäuden auf vier Kontinenten eingesetzt. Spanien nimmt bei der Zahl biotechnologischer Gebäude eine führende Position ein; zu den Projekten zählen der Hafen von Ibiza, der Irrgarten Laberintus Park in Málaga sowie das Aura-Gebäude in Barcelona. Das Eden-Projekt in Großbritannien und das Museum von Justinian (museo de Justiniano) in Serbien sind weitere Umsetzungsbeispiele in anderen Teilen Europas. Im Nahen Osten sind bereits biolumineszierende Golfplätze sowie Gemeinschafts- und Stadtprojekte in Riad, Dubai und Katar in Betrieb. In China wurden in Shanghai und Hangzhou öffentliche Bereiche mit leuchtenden Pflanzen ausgestattet. Die Projekte in Amerika erstrecken sich von Punta Cana bis in zahlreiche Städte der USA und Südamerikas.
Vidarte betont, dass Lumina ein Beispiel dafür ist, wie Biotechnologie die Funktionen von Pflanzen erweitert – Pflanzen sind nicht länger bloß dekorative Elemente, sondern werden zu einem Bestandteil der Stadtinfrastruktur. Lumina gehört zu einer von mehreren biotechnologischen Produktlinien, die Bioo für urbane Anwendungen entwickelt. Das Unternehmen forscht außerdem an Lösungen zur Strom- und Wassererzeugung aus Bodenbioaktivität sowie an Pflanzen-Interaktionsschnittstellen, die auf Berührung reagieren.
Bioo unterhält Büros in Barcelona, Riad und Shanghai, führt internationale Projekte über ein Netzwerk von mehr als 50 Händlern durch und besitzt 6 Patente im Zusammenhang mit der Technologieentwicklung.










