Australische Regierung investiert 400 Millionen AUD zur Förderung von Reformen im Schwerfahrzeugbereich
de.wedoany.com-Bericht: Die australische Regierung hat Investitionen in Höhe von 400 Millionen AUD zur Förderung von Reformen im Schwerfahrzeugbereich angekündigt. In Zusammenarbeit mit den Bundesstaaten und Territorien sollen Themen wie Straßenzugang, automatische Genehmigungen, Führerscheinausstellung und Reformen für schwere Null-Emissions-Fahrzeuge behandelt werden. Laut begleitender Branchenerklärung können dadurch jährlich wirtschaftliche Vorteile von bis zu 4,4 Milliarden AUD entstehen. Die Australian Trucking Association und die Heavy Vehicle Industry Australia begrüßen diese Maßnahmen.

Die Überprüfung durch die Productivity Commission identifizierte Straßenzugang und automatische Genehmigungen als Bereiche mit dem größten potenziellen Produktivitätsgewinn. Der Schwerpunkt der Reformen liegt auf der Ausweitung des Zugangsrechts für Hochproduktivitätsfahrzeuge, einschließlich leistungsbasierter Kombinationsfahrzeuge (Performance-Based Standards combinations, PBS-Fahrzeuge). Die Kommission stellte fest, dass Zugangshürden für solche Fahrzeuge größer sein können als für herkömmliche Kombinationsfahrzeuge, und empfahl, förderfähigen PBS-Fahrzeugen ein größeres Standardzugangsrecht zu gewähren und Genehmigungsverfahren zu vereinfachen.
Schwerfahrzeugtransport und betrieblicher Straßentransport machen etwa 5 % des australischen Bruttoinlandsprodukts aus. Die Produktivität physischer Lkw ist seit Mitte der 2000er Jahre weitgehend unverändert geblieben. Modellberechnungen zeigen, dass eine Anhebung der allgemeinen Massengrenzwerte (General Mass Limits) das langfristige BIP um 900 Millionen bis 2,7 Milliarden AUD steigern könnte, das National Automated Access System 600 Millionen bis 1,3 Milliarden AUD beitragen könnte und Reformen der Fahrerkompetenz Vorteile von 100 Millionen bis 400 Millionen AUD bringen könnten.
Todd Hacking, Geschäftsführer der Heavy Vehicle Industry Australia, erklärte, dass die derzeitigen Vorschriften die Betreiber daran hindern, die vorhandene Fahrzeugtechnologie voll auszuschöpfen. Mark Parry, Vorsitzender der Australian Trucking Association, betonte, dass die Steigerung der Lkw-Produktivität der Schlüssel zur Senkung der Lebenshaltungskosten und der Transportkosten für Exporteure sei.
Das National Automated Access System basiert auf dem Heavy Vehicle Access Management System von Tasmanien. Betreiber geben Fahrzeuginformationen ein und erhalten automatische Zugangsergebnisse. Ziel ist es, die Genehmigungsanforderungen um 90 % zu reduzieren. Lokale Straßendaten bleiben der wichtigste Engpass – Brücken, Durchlässe und andere Infrastrukturen müssen bewertet und digitalisiert werden, bevor sie automatische Entscheidungen unterstützen können.
Parry nannte A-Doppelzüge (A-doubles) als Beispiel: Mit A-Doppelzügen könnte dieselbe Fracht mit halber Fahrzeuganzahl transportiert werden, bei nur 72 % des Kraftstoffverbrauchs – doch das Zugangsrecht bleibt auf genehmigte Netze oder Einzelgenehmigungen beschränkt. Die Kommission empfahl, förderfähigen PBS-Kombinationen bei Erfüllung der Infrastruktur- und Sicherheitsanforderungen mindestens ein gleichwertiges Zugangsrecht wie vergleichbaren Nicht-PBS-Fahrzeugen zu gewähren.
Reine Elektro-Lkw sind aufgrund ihrer Batterien in der Regel schwerer als vergleichbare Dieselfahrzeuge und könnten unter den bestehenden Massengrenzwerten an Ladekapazität verlieren, was die wirtschaftliche Attraktivität des Technologiewechsels schmälert. Die Kommission empfahl, für elektrische Schwerfahrzeuge einen landesweit einheitlichen zusätzlichen Massezuschlag zu gewähren, Planungsregeln für die Installation von Ladeinfrastruktur zu aktualisieren und Null-Emissions-Schwerfahrzeuge von zeitbasierten Lieferbeschränkungen auszunehmen. Hacking erklärte, dass bessere Regelungen die Einführung von Null-Emissions-Schwerfahrzeugen unterstützen würden, indem sie die Nutzung neuer Technologien sicherstellen.
Der neue Rahmen für Fahrerkompetenzen schafft Aufstiegswege auf Basis praktischer Erfahrung, Schulung und beaufsichtigtem Fahren. Die meisten Jurisdiktionen werden ihn voraussichtlich zwischen 2026 und 2028 umsetzen. Die nächste Bewährungsprobe ist die Umsetzung: Die Pläne hängen von der Zusammenarbeit zwischen der australischen Regierung, den Bundesstaaten und Territorien, lokalen Straßenverwaltungen und der Branche ab, um nationale Politik in breitere Zugangsrechte und einfachere Betriebsregeln umzusetzen.
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