BASF Deutschland startet Umbau des trimodalen Terminals mit über 100 Millionen Euro Investition

2026-08-20 10:45
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de.wedoany.com-Bericht: Am 17. August startete BASF in Deutschland das Erweiterungs- und Modernisierungsprojekt des Kombiverkehr-Terminals. Die Gesamtinvestition liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich, wobei die Bundesregierung rund 51 Millionen Euro Fördermittel bereitstellt. Im Rahmen des Projekts werden die beiden am längsten genutzten Umschlagmodule des Terminals erneuert; die Fertigstellung ist für 2028 geplant.

Die Umbaumaßnahmen betreffen die seit dem Jahr 2000 durchgehend betriebenen Umschlagmodule M10 und M20, die abgerissen und zum neuen Modul M50 zusammengeführt werden. Die vorhandenen vier Krane werden durch drei große schienengebundene Portalkrane ersetzt, wobei die Voraussetzungen für einen vierten Kran geschaffen werden. Zu den Begleitarbeiten gehören der Rückbau bestehender Gleise, Kranbahnen und Verkehrsflächen sowie der Neubau von Güterlagerflächen, Fahrzeugbetriebsflächen, Stromversorgung, Kommunikation, Druckluftsystemen und zugehörigen Betriebsgebäuden.

Laut den technischen Projektunterlagen beträgt die Gesamtspannweite jedes neuen Krans rund 100 Meter und deckt neun befahrbare Gleise ab; die Länge des Hubbereichs liegt bei etwa 700 Metern. Das reguläre Umschlaggewicht der Anlagen beträgt 41 Tonnen, Sondergüter bis zu 75 Tonnen können ebenfalls gehandhabt werden. Unter realen Betriebsbedingungen leistet jeder Kran mindestens 25 Umschläge pro Stunde. Die Krane werden ferngesteuert und teilautomatisiert betrieben; die Hauptausrüstung soll vom dritten Quartal 2027 bis zum ersten Quartal 2028 installiert werden.

Das Umbaukonzept berücksichtigt zudem Veränderungen im europäischen Kombiverkehrsmarkt, darunter den gestiegenen Anteil von Sattelaufliegern, längere Güterzüge sowie den wachsenden Bedarf an Lager- und Pufferflächen. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Umschlagbereich des Terminals von derzeit drei auf zwei Module reduziert, um den Gütertransfer zwischen verschiedenen Schienenverkehrslinien zu vereinfachen. Während der Bauphase bleibt das Terminal in Betrieb; einzelne Bereiche können zeitweise eingeschränkt genutzt werden. Die konkrete Bauabschnittsplanung und Betriebsanpassungen werden vom Betreiber gesondert festgelegt.

Das Kombiverkehrsterminal umfasst eine Fläche von rund 260.000 Quadratmetern, verfügt über 13 Umschlaggleise und 8 Portalkrane mit einer Höhe von etwa 20 Metern und hat eine jährliche Umschlagkapazität von bis zu rund 370.000 Ladeeinheiten. Derzeit werden täglich mehr als 1.100 Container, Wechselbrücken und Sattelauflieger auf bis zu 25 Ganzzüge verladen. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2000 wurden insgesamt über 7,5 Millionen Ladeeinheiten umgeschlagen.

Das Terminal befindet sich im Eigentum von BASF und wird von der Kombi-Terminal Ludwigshafen GmbH betrieben. Neben BASF zählen auch Logistikunternehmen wie Bertschi, Hoyer, Hupac und Kombiverkehr zu den Gesellschaftern der Betreibergesellschaft. BASF-Produkte machen etwa 30 bis 40 Prozent des Terminalumschlags aus; die übrige Kapazität steht externen Spediteuren und Verladern offen. Die Verkehrsverbindungen reichen bis in Märkte wie Italien, Spanien, Osteuropa und Skandinavien.

Rund 40 Prozent der Güter des BASF-Standorts in Deutschland werden über den Rhein transportiert, während Schiene und Straße jeweils etwa 30 Prozent ausmachen. Im Werksgelände existiert zudem ein Schienennetz von über 230 Kilometern Länge. Bei sinkenden Rheinwasserständen ist die Ladekapazität der Binnenschiffe eingeschränkt; das schienengebundene Kombiverkehrssystem kann einen Teil der verlagerten Mengen übernehmen. Die deutschen Verkehrsbehörden prüfen derzeit Maßnahmen zur Fahrrinnenvertiefung und zum Ausbau der Wasserstraße, jedoch handelt es sich bei den entsprechenden Aussagen bislang um politische Absichtserklärungen; ein neues genehmigtes Bauprojekt liegt noch nicht vor.

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