Die Irak-Türkei-Pipeline nahm am Samstag nach zweieinhalbjähriger Unterbrechung den Rohöltransport wieder auf. Der türkische Energie- und Rohstoffminister Alparslan Bayraktar bestätigte die Wiederinbetriebnahme der Pipeline um 7:07 Uhr Ortszeit. Das zweisträngige Pipelinesystem mit einer Gesamtkapazität von 1,5 Millionen Barrel pro Tag verbindet irakische Ölfelder mit dem türkischen Exportterminal im Hafen von Ceyhan.

Das irakische Ölministerium erklärte, der durch die Pipeline transportierte Rohöltransport werde von der irakischen Nationalen Ölhandelsorganisation (NMO) verwaltet und gemäß Vereinbarungen mit der Regionalregierung Kurdistans und den Produzenten vom Hafen Ceyhan aus exportiert. Das geplante Exportvolumen liege zunächst bei rund 200.000 Barrel pro Tag. Bayraktar wies im Juli darauf hin, dass der Irak bei voller Inbetriebnahme der Pipeline 40 % seiner täglichen Exporte von vier Millionen Barrel über die Pipeline transportieren und damit ein jährliches Handelsvolumen von 40 Milliarden US-Dollar erreichen könnte.
Die Pipeline hat eine Kapazität von über einer Million Barrel pro Tag und deckt damit etwa ein Prozent der weltweiten Ölproduktion ab. John Roberts, Senior Fellow beim Atlantic Council, einer Denkfabrik mit Sitz in Washington, kommentierte: „Die Wiederinbetriebnahme der Pipeline wird sich positiv auf die weltweite Versorgung auswirken. Angesichts des derzeit reichlichen Ölangebots auf dem europäischen Markt und des sinkenden Ölanteils im Energiemix ist diese Sanierungsmaßnahme zwar vorteilhaft, aber kein entscheidender Faktor.“
Francesco Sasi, Politikwissenschaftler an der Universität Oslo, glaubt, dass die Wiederaufnahme des Pipelinebetriebs nur begrenzte Auswirkungen auf die Energiesicherheit Europas haben wird. Sie spiegele jedoch eine Verschiebung der regionalen Energiekooperation wider. „Dieser Schritt wird dem Irak helfen, seine Abhängigkeit von der Straße von Hormus zu verringern und gleichzeitig die Energie- und Wirtschaftsbeziehungen vom Golf bis zum Mittelmeer zu stärken“, sagte Sasi.









